Archäologie
Flusspferde lebten noch während der letzten Eiszeit in Deutschland

Noch während der letzten Eiszeit haben Flusspferde in Deutschland gelebt - und damit deutlich länger als bisher angenommen. Nach Angaben der Universität Potsdam kamen die Tiere vor rund 47.000 bis 31.000 Jahren im Oberrheingraben vor. Sie lebten damit im gleichen Zeitfenster wie Mammuts und Wollnashörner. 

    Die Universität beruft sich auf neue Analysen von Tierknochen in Sand- und Kiesablagerungen. Sie widersprechen der bisherigen Annahme, dass das sogenannte gewöhnliche Flusspferd zu Beginn der letzten Eiszeit vor rund 115.000 Jahren aus Mitteleuropa verschwand.
    Die Studie, die in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, ergab, dass die Flusspferd-Populationim Oberrheingraben vermutlich nur klein und isoliert war. Die Tiere lebten demnach in einer vergleichsweise milden Klimaphase etwa zur Mitte der Eiszeit. Sie waren laut DNA-Analysen eng mit den heutigen afrikanischen Flusspferden verwandt und gehörten biologisch betrachtet zur selben Art.
    Der Oberrheingraben ist eine Tiefebene beiderseits des Rheins zwischen der nördlichen Schweiz, dem östlichen Frankreich und Südwestdeutschland. Zu ihr gehören Teile von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen.
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.