
Das Magazin "Focus" und zuvor auch die Zeitung "Welt" und Report Mainz berufen sich auf eine Prüfung des Bundesrechnungshofs, die das Auswärtige Amt wohl nicht veröffentlichen wollte. Erst auf eine Klage sei das geschehen. Der Focus vermerkt Zahlungen in Höhe von 15 Millionen Euro an Islamic Relief Deutschland. Davon seien 8,45 Millionen Euro in dem Bericht des Rechnungshofs von 2019 geprüft worden.
Es geht um Projekte in Syrien zwischen 2013 und 2016, also unter den Außenministern Westerwelle (FDP) und Steinmeier (SPD). Der Rechnungshof habe kritisiert, dass das Auswärtige Amt die Verwendungsnachweise nicht geprüft habe. Es habe zudem gegen die Bestimmung verstoßen, wonach staatliche Leistungen nicht zur Finanzierung extremistischer Organisationen verwendet werden dürften.
Verfassungsschützer hatten Islamic Relief Deutschland im Visier
Fast ein Jahrzehnt lang soll sich das Außenministerium geweigert haben, den Bericht herauszugeben, weil angebliche Geheimschutzinteressen der Bundesrepublik dagegenstünden.
Der Verein war damals im Visier der Geheimdienste. Der Verfassungsschutz von Baden-Württemberg zum Beispiel habe Islamic Relief Deutschland vorgeworfen, mit der Muslimbruderschaft verflochten zu sein, der Dachorganisation Islamic Relief Worldwide, die Hamas zu unterstützen, heißt es weiter.
Organisation weist Kontakte zur Muslimbruderschaft zurück
Islamic Relief Deutschland verwies in der "Welt" auf einen Reformprozess des Vereins. Aktuell werde die Organisation von keinem Verfassungsschutz als Beobachtungsobjekt geführt. Der Anwalt der Organisation erklärte, Islamic Relief Deutschland habe keine Kontakte zur Muslimbruderschaft und es gebe auch keine Verbindung zur Hamas. Das Bundesamt für Verfassungsschutz indes teilte dem Focus mit, es bestünden nach wie vor personelle Verflechtungen zwischen Islamic Relief Deutschland und der Muslimbruderschaft.
Diese Nachricht wurde am 28.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
