
Wir überprüfen regelmäßig Behauptungen, die im Internet viel diskutiert werden. Was stimmt, was nicht - und welche Aspekte fehlen in der Diskussion?
Das wird behauptet
Die Bundesregierung streicht ab sofort sämtliche Fördergelder für Tierheime – das behaupten Tierschützer. Und der Deutsche Tierschutzbund meldet: Ein Fördertopf für Tierheime sei im bereinigten Bundeshaushalt für 2026 nicht vorgesehen.
Aber: Werden Tierheime wirklich nicht mehr staatlich unterstützt?
Das stimmt
Die Lage der Tierheime
Viele Tierheime in Deutschland befinden sich in einer finanziell angespannten Lage. In den vergangenen Jahren hat sich diese Situation noch weiter verschärft. Ein Grund: Viele Menschen haben sich während der Coronazeit Haustiere angeschafft und wollen sie nun wieder abgeben.
Dazu kommt: Durch die seit 2023 geltende Tierarztgebührenordnung sind Tierbehandlungen deutlich teurer geworden. Für finanziell schwächere Tierhalter sind diese Kosten oft nicht mehr tragbar.
Viele Tierheime sind überfüllt, manche können keine neuen Tiere mehr aufnehmen. Zahlreiche Einrichtungen sind außerdem modernisierungsbedürftig.
Finanzierung von Tierheimen
Tierheime sind meist gemeinnützige Einrichtungen und werden von Tierschutzvereinen betrieben. Sie finanzieren sich hauptsächlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.
Doch Tierheime erhalten auch staatliche Gelder – und zwar von Kommunen und Bundesländern. Beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, wo das Förderprogramm für Tierheime bis 2027 verlängert wurde, in Rheinland-Pfalz oder Hessen. Die Landesregierung in Niedersachsen hat in ihrem Haushalt Investitionsmittel für Tierheime und Wildtierauffangstationen in Höhe von 20 Millionen Euro vorgesehen.
Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung zugesagt, Tierheime bei Investitionen zu unterstützen – obwohl der Bund dafür nicht zuständig ist.
Was offen bleibt
Was ist aus dem Versprechen der Bundesregierung geworden, Tierheime zu unterstützen? Im aktuellen Bundeshaushalt für 2026, der im November im Bundestag verabschiedet wurde, ist jedenfalls keine finanzielle Unterstützung für Tierheime vorgesehen.
Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diese Entscheidung: "Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag versprochen, Tierheime bei Investitionen zu unterstützen. Dieses Versprechen muss gehalten werden.”
Gut zu wissen
Tierschützer empfehlen, Tiere aus Tierheimen zu adoptieren statt bei Züchtern zu kaufen.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert außerdem gesetzliche Regelungen, die dafür sorgen, dass weniger Tiere in den Tierheimen landen. Ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren könne verhindern, dass Tiere unüberlegt gekauft werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen würde die Zahl streunender und heimatloser Tiere senken.



