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StartseiteSport am WochenendeEin umstrittener Austragungsort und ein heftiger Unfall29.11.2020

Formel 1 in BahrainEin umstrittener Austragungsort und ein heftiger Unfall

Einerseits für Menschenrechte werben - andererseits einen Grand Prix in Bahrain veranstalten: "Das passt nicht zusammen", sagte Anno Hecker im Dlf. Dass der Unfall von Romain Grosjean in der Formel 1 eine Sicherheitsdebatte auslösen wird, glaubt der FAZ-Journalist nicht.

Anno Hecker im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Großer Preis von Bahrain am 29.11.2020. (imago images / Motorsport Images)
Formel-1-Pilot Lewis Hamilton gewinnt den Großen Preis von Bahrain am 29.11.2020. (imago images / Motorsport Images)
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Schon kurz nach dem Start krachte das Auto von Formel-1-Pilot Romain Grosjean in die Leitplanke und fing Feuer. Von außen betrachtet sah es so aus, als habe Grosjean "großes Glück" gehabt, dass er sein Fahrzeug relativ schnell verlassen konnte, sagte Anno Hecker: Laut Mitteilung seines Teams erlitt der Haas-Pilot leichte Verbrennungen an Händen und Knöcheln und wurde mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus gebracht.

Früher hätten solche Unfälle häufig schwerwiegendere Folgen nach sich gezogen, so Hecker, was dafür spreche, "dass die Formel-1-Sicherheitsentwicklung in den letzten 30 Jahren Früchte getragen" habe. Laut FAZ-Journalist Anno Hecker habe unter anderem die sogenannte Halo-Technik eine große Rolle gespielt - ein Cockpitschutz, der den Piloten wahrscheinlich vor Schlimmerem bewahrt habe.

Kritik am Austragungsort Bahrain

Auch wenn Grosjeans Unfall aus seiner Sicht also keine große Sicherheitsdebatte in der Formel 1 auslösen werde, stellten sich trotzdem zwei Fragen: Warum geht ein Fahrzeug in Flammen auf? Und: Wieso gibt die Leitplanke nach? 

Auch in der Kritik steht der Austragungsort des heutigen Rennens: Bahrain, ein Land, das Menschenrechtsorganisationen immer wieder für seine fehlende Pressefreiheit und andere Menschenrechtsverletzungen kritisieren. Im nächsten Jahr ist auch ein Rennen in Saudi-Arabien geplant.

Einerseits schreibe sich die Formel 1 den Einsatz für Menschenrechte auf die Fahne und dann solche Austragungsorte - das passe für Anno Hecker nicht zusammen: "Da erwarte ich, dass die Formel 1 nicht nur redet, sondern auch handelt." Was bisher nicht passiert sei.

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