
Der Direktor für Afrika-Studien des GIGA-Instituts in Hamburg betonte zugleich, er gehe nicht davon aus, dass der Staat Mali kurz vor dem Zerfall stehe. Allerdings würden die Rebellen erkennbar stärker; die Zentralregierung sei geschwächt.
Dies wirke sich auch auf militärische Partnerschaften mit Drittstaaten aus, so der Wissenschaftler. Die Militärjunta, die das Land seit zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 führt, werde nun überlegen, "inwieweit die Zusammenarbeit mit den Russen den erhofften Gewinn erbringen kann". Nach der vorangegangenen Abkehr von Frankreich hatte Mali russische Soldaten ins Land geholt.
Blockade in Bamako
Gestern begann eine islamistische Gruppierung mit einer Blockade der Hauptstadt Bamako. Wie die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf Sicherheitskreise meldet, saßen hunderte Fahrzeuge an mehreren Straßen fest. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Dschihadistenmiliz JNIM rief zur Bildung einer gemeinsamen Front gegen die regierende Militärjunta auf.
Islamisten und separatistische Tuareg-Rebellen hatten in den vergangenen Tagen koordinierte Angriffe auf die militärische Führung des westafrikanischen Staates verübt. Bei einer der Attacken wurde am Wochenende Verteidigungsminister Camara getötet.
Diese Nachricht wurde am 01.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
