Studie
Forscher: Social Media kann auch Erwachsene süchtig machen

Ein Suchtverhalten in sozialen Medien betrifft laut einer neuen Studie nicht nur junge Menschen. Bei jedem vierten Deutschen fänden sich bis zum Alter von 44 Jahren pathologische und problematische Muster, erklärten Forscher der Hochschule Macromedia. Das Risiko bleibe auch in den zweieinhalb Jahrzehnten nach dem 18. Geburtstag fast unverändert hoch.

    Auf einem Handybildschirm sind verschiedene Apps für Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder Tiktok sichtbar. Über dem Bildschirm schwebt eine Hand.
    Eine Social-Media-Sucht betrifft nach Darstellung von Forschern alle Generationen (Symbolbild). (Imago | ANP | Imago | Anton Kappers)
    Für die Untersuchung "Schwer wegzuwischen: Problematische Online-Nutzungsmuster in Deutschland" wurden laut Mitteilung die Daten einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstitut YouGov ausgewertet. An der Umfrage im Mai nahmen demnach gut 2.000 Menschen teil. Dabei habe sich mit der Häufigkeit von Postings ein Frühindikator für problematische Nutzung von Social Media gezeigt, erklärten die Autoren.

    Forscher sehen Social-Media-Plattformen in der Pflicht

    Plattformen sollten deshalb exzessives Posten oder Reagieren begrenzen. Dies wäre eine gut umsetzbare und wirksame Schutzschranke. Zwanghaftes Glücksspiel werde ähnlich reguliert. "Die Politik darf nicht länger so tun, als sei das Problem mit der Volljährigkeit erledigt", erklärte der Studienleiter. "Exzessive Social-Media-Nutzung belastet längst auch die Arbeitswelt, Beziehungen und die psychische Gesundheit von Erwachsenen." Daher dürfe man sich nicht auf Jugendschutzprogramme verlassen.

    Beratungsangebote für alle Altersgruppen

    Für alle Altersgruppen müssten Beratungsangebote ausgebaut werden. Außerdem sollte in öffentlichen Gesundheitskampagnen über die Gefahr aufgeklärt werden. Zeitlimits greifen laut Arnold zu kurz. Entscheidend seien nicht die Minuten vor dem Display, sondern Störungen wie Schlafverlust, Leistungsabfall, verpasste Fristen und vor allem schwindende Selbstkontrolle. Dabei könne das Design der Plattformen Suchtverhalten verstärken. WhatsApp werde am häufigsten genutzt, erzeuge aber viel weniger Sog als Instagram.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.