Freitag, 13.12.2019
 
Seit 07:05 Uhr Presseschau
StartseiteUmwelt und VerbraucherDie Digitalisierung im Forst28.09.2017

Forstwirtschaft 4.0Die Digitalisierung im Forst

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Arbeit im Wald. Förster und Waldarbeiter haben zwar nach wie vor noch viel mit Setzlingen und Sägen zu tun, aber für das Datenmanagement nutzen sie Computer, Apps und Drohnen. Das Ziel: eine flächendeckende Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Von Sandra Voß

Buchenwald des Weltnaturerbe Grumsin, Brandenburg (Deutschlandradio / Nana Brink)
Das Problem bei der Digitalisierung der Forstarbeit: Es gibt nicht überall Netz (Deutschlandradio / Nana Brink)
Mehr zum Thema

Wald-Inventur Den Trockenwald vor lauter Bildern nicht gesehen

Der Adel und der Wald in Deutschland Unterwegs durch Privatwälder

"Von der Rückegasse aus fährt der den Kran aus fährt an den angezeichneten Baum, fährt sehr weit unten das Ernte-Aggregat an den Stamm ran und packt den Stamm mit den beiden Greifern und trennt ihn mit der Motorsäge ab. Und dann zeigt er, wie er vermisst und aufarbeitet und wie er diese Daten im Bordcomputer speichert und dann später, für den Forwarder, der das Holz raustransportieren soll, verfügbar macht. Und da geht es dann um das Datenmanagement."

Datenmanagement ist für Ute Seeling ein großes, bisher zu wenig beachtetes Thema in der Forstwirtschaft. Die geschäftsführende Direktorin des KWF, des Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik weiß: Der Harvester, des riesigen Monsters, das hier im Wald herumfährt und Bäume fällt, notiert alles: Art der Bäume, die Länge der Äste, die Stückzahl der gesägten Stämme. All diese Informationen seien wichtig, zum Beispiel für den nachfolgenden Wagen, den Forwarder, der das Holz einsammelt, kommentiert Peter Harbauer, Pressesprecher der KWF. 

Bordcomputer sammeln Daten

"Die kommunizieren schon mit einander, weil eben unheimlich viel Technik schon drin steckt. Also vor allem der Harvester und der Forwarder kommunizieren schon miteinander.  Doch es endet an der Waldstraße und das ist eben das große Thema Forstwirtschaft 4.0 Wir wollen, dass alle miteinander reden. Das ist das Ziel, die Vision."

Forstwirtschaft 4.0 als großes Ziel. Schon lange geht es auch im Wald ums große Geld.

Überall tüfteln Firmen, wie sich Arbeitsvorgänge maschinell ersetzen lassen, wie Menschen schneller und effizienter arbeiten können. Die Firma Lockbuch zum Beispiel hat eine spezielle Software für Forstarbeiter entwickelt. Damit markiert der Förster den Baum, der wegen Krankheit oder Sturmschaden beseitig werden muss. Sofort werden die Daten und der Standort des markierten Baum virtuell an die Kollegen weitergeleitet.

"Wir geben den Bäumen eine Adresse, damit jetzt die Säge gezielt zum Baum kommen kann. Und damit nicht der Waldarbeiter sich nach Farbe orientieren muss welcher Baum wohl weg muss. Wenn sie in den Wald gucken, wenn da in 30 Metern ein Baum markiert ist, müssen sie den erst mal suchen." 

Ist der Baum gefällt, wird Ast für Ast sorgfältig auf einen Haufen, auf einen so genannten Polter gestapelt. Reicht es, mit dem Handy ein Foto zu machen und eine App zu installieren, die automatisch die Stückzahl ermittelt? Oder ist es besser, wenn der Waldbesitzer und das Sägewerk sogar die Daten von Baumart, Qualität und Güte direkt übermittelt bekommen? Eine große, aufs Autodach geschnallte Kamera inklusive Bordcomputer macht ein Foto und verarbeitet und vermittelt die gesammelten Daten gleich in Sekundenschnelle.

Apps für Spaziergänger

Auch Drohnen werden im häufiger im Forst eingesetzt. Bei Waldbränden oder Sturmschäden bieten Drohen hilfreiche Bilder und Informationen. Ist ein Baum von Käfern befallen, muss er schnell entfernt werden, um die anderen Bäume nicht anzustecken, erklärt Ute Seeling.

"Das heißt aber, sie müssen diesen Baum erkennen. Und den können sie aus der Luft, anhand der veränderten Nadelfärbung können sie den viel besser erkennen als wenn ein Förster von unter in die Krone gucken muss und schauen muss, gibt es schon erst Anzeichen einer Schädigung. So etwas ist aus der Luft sehr, sehr gut zu erkennen."

"Da kommt die Karte: Und das hier ist jetzt unser Standpunkt. Das blaue da. Und das hier ist genau diese Rettungspunkt. 2033."  

Diese Rettungspunkte sind im Wald durch ein Schild markiert. In Brandenburg ist das Schild grün mit einem weißen Kreuz. Darunter ist eine Zahl. Die Rettungspunkte sind nicht nur für Waldarbeiter wichtig, sondern können auch für Spaziergänger oder Radfahrer nützlich sein, wenn diese die entsprechende App haben.

"Und wenn man eine von den vorhanden Apps Hilfe im Wald heißt die zum Beispiel benutzt, da sind diese Punkte verzeichnet und man dann sein Handy zur Hand nimmt und schaut, wo sind diese Apps verzeichnete über GPS und wo stehe ich gerade dann kriegt man den nächsten Rettungspunkt angezeigt und kann dann der Leitstelle sagen ich stehe an dem Rettungspunkt 2033 da brauche ich einen Rettungswagen hin."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk