
Die als Tochter jüdischer Eltern 1909 in Berlin geborene Brigitte Schiffer war die erste Frau, die bei den Darmstädter Ferienkursen kurz nach deren Gründung einen Vortrag hielt, sie stand mit allen wichtigen Akteuren der Neuen Musik in engem Kontakt, sie war vernetzt in der internationalen Szene wie kaum ein anderer, gewiss wie kaum eine andere Frau. Im Hintergrund stehen eine jüdische Biografie, die Emigration, erst aus Deutschland, dann aus Ägypten, und ein verschüttetes eigenes kompositorisches Werk, von dem nur Teile noch existieren. Darunter ein Streichquartett von 1934, geprägt etwa von Einflüssen ihres Lehrers Heinz Tiessen. Im Rahmen der Berliner Veranstaltungsreihe "musica reanimata" und beim Forum neuer Musik 2016 "Jüdische Identitäten" wurde es wiederentdeckt.