Union
Fraktionschef Spahn nach Kritik an Leihmutterschaft zurückgetreten - Merz: Rücktritt "richtig und unvermeidlich"

Nach der Kritik an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter ist Unionsfraktionschef Spahn zurückgetreten.

    Jens Spahn von den Schultern an aufwärts. Er trägt dunkles Sakko, weißes Hemd und eine Krawatte.
    Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. (picture alliance / Metodi Popow)
    In einem Schreiben Spahns an die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag heißt es, der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der Erwartung an ihn als Fraktionsvorsitzenden sei größer geworden, als er erwartet hätte.
    Bundeskanzler Merz bezeichnete den Rücktritt als richtig und unvermeidlich. Glaubwürdigkeit sei in der Politik das höchste Gut, teilte der CDU-Vorsitzende mit. Mehrere Unionspolitiker sprachen wie der CSU-Vorsitzende Söder von einer persönlichen Entscheidung und zollten Spahn dafür Respekt. SPD-Fraktionschef Miersch erklärte, er habe in der Koalition sehr vertrauensvoll mit Spahn zusammengearbeitet.
    Von der Opposition wurde der Rücktritt als längst überfällig bezeichnet. Die Grünen-Vorsitzende Brandtner sagte, Spahns Glaubwürdigkeit habe bereits durch frühere Fälle gelitten. Ähnlich äußerte sich der Linken-Vorsitzende Pantisano unter Verweis auf Spahns zum Teil überteuerte Maskenkäufe als Gesundheitsminster während der Corona-Pandemie. Die AfD-Vorsitzende Weidel sieht Spahns Glaubwürdigkeit zerstört.
    Spahn und sein Mann waren mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden. Leihmutterschaften sind in Deutschland nicht zulässig. Die CDU lehnt eine Legalisierung ab, auch Spahn selbst war in der Vergangenheit stets dagegen.
    Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.