Nahost
Frankreich und Großbritannien wollen Hormus-Mission leiten - Deutschland will sich beteiligen

Großbritannien und Frankreich wollen gemeinsam mit Deutschland und Italien eine multinationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus anführen. Das teilten die Regierungschefs der vier Länder auf einer Konferenz in Paris mit. Der britische Premierminister Starmer betonte, der Einsatz solle strikt friedlich und defensiv sein, um die Minenräumung zu unterstützen.

    Drei Männer und eine Frau schreiten entlang verschiedener Flaggen.
    Frankreichs Präsident Macron hat Bundeskanzler Merz, den britischen Premierminister Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Meloni in Paris zu einer Konferenz zur Straße von Hormus empfangen. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jeanne Accorsini)
    Frankreichs Staatschef Macron sagte, Details zur Umsetzung der Mission sollen kommende Woche bei einer Konferenz in London festgelegt werden. Bundeskanzler Merz erklärte, Deutschland könne bei der Minenräumung und Seeaufklärung helfen. Bedingung für einen solchen Einsatz sei aber zunächst ein Ende des Kriegs. Notwendig seien zudem eine sichere Rechtsgrundlage, ein Beschluss ⁠der Bundesregierung und des Bundestags.
    Merz will die USA bei einer militärischen Absicherung der Straße von Hormus mit einbeziehen. Die Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges dürften nicht zu einem "transatlantischen Stresstest" werden und die Beziehungen zu den USA belasten, sagte Merz. Zuvor hatte der französische Präsident Macron von einer "neutralen Mission" gesprochen, die sich von den Kriegsparteien abgrenze. Vertreter von rund 50 Staaten und Organisationen hatten in Paris über eine Sicherung der Straße von Hormus beraten.
    Merz begrüßte die Ankündigung Irans, die Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder zu erlauben. Außenminister Araghtschi hatte in Teheran als Reaktion auf die Waffenruhe im Libanon erklärt, die Meerenge wieder zu öffnen. Die Schiffe müssten auf einer vom Iran vorgegebenen Route fahren.
    Die Waffenruhe für ⁠den Libanon trat in der vergangenen Nacht in Kraft und soll zehn Tage gelten. Der Iran hatte seit Beginn der ​US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein ​Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in ‌den vergangenen Woche drastisch verteuert. Nach der Ankündigung fiel der Ölpreis an den Rohstoffbörsen um knapp zehn Prozent.

    USA wollen weiter Häfen blockieren

    Trump erklärte, dass die Blockade der iranischen Häfen durch das US-Militär trotz der Öffnung ‌der Straße von Hormus ⁠durch den Iran aber zunächst ⁠bestehen bleibe. Trump erklärte auch, der Iran habe der Forderung zugestimmt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten. Gleichzeitig berichten Medien von Fortschritten in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über ein Abkommen.
    Diese Nachricht wurde am 17.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.