Macron in Syrien
Frankreich will Millionen aus Assad-Vermögen zurückgeben und wieder Botschafter entsenden

Syrien und Frankreich setzen nach mehr als einem Jahrzehnt wieder Botschafter im jeweils anderen Land ein. Das teilten der französische Präsident Macron und sein syrischer Amtskollege al-Scharaa nach einem Treffen in Damaskus mit.

    Damaskus: Der syrische Präsident Ahmed al-Scharaa (r) trifft im Präsidentenpalast auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Sie gehen nebeneinander auf einem roten Teppich.
    Frankreichs Präsident Macron ist der erste westliche Staatschef, der seit dem Sturz der Assad-Diktatur 2024 offiziell nach Syrien gereist ist. (Ghaith Alsayed / AP / dpa / Ghaith Alsayed)
    Frankreich will nach Angaben von Macron außerdem eingefrorene Vermögenswerte aus dem Umfeld der gestürzten syrischen Assad-Regierung von mehr als 50 Millionen Euro an das Land zurückgeben. Macron sprach von einem neuen Kapitel der Stabilität und des Friedens. Er ist der erste westliche Staatschef, der seit dem Sturz der Assad-Diktatur 2024 offiziell nach Syrien gereist ist.
    Überschattet wurde sein Besuch von mehreren Explosionen in der Hauptstadt Damaskus, bei denen mindestens 18 Menschen verletzt wurden. Dem syrischen Innenministerium zufolge detonierten die Sprengsätze in der Nähe des Hotels, in dem Macron untergebracht war. Die Hintergründe der Anschläge sind bisher unklar.
    Neben Gesprächen mit Übergangspräsident Scharaa stehen für Macron ein Wirtschaftsforum und Treffen mit Akteuren der Zivilgesellschaft auf dem Programm. Macron sprach von einem neuen Kapitel der Stabilität und des Friedens.
    Der ehemalige Rebellenführer Scharaa hatte nach der Machtübernahme die Nähe zu westlichen Ländern und zu Staaten im Nahen Osten gesucht, auch um den Wiederaufbau Syriens nach 13 Jahren Bürgerkrieg voranzutreiben. Macron reist im Anschluss an seinen Besuch zum NATO-Gipfel nach Ankara weiter.
    Diese Nachricht wurde am 08.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.