Jugendschutz
Frankreichs Senat stimmt über Social-Media-Verbot für Jugendliche ab

Frankreich könnte als erstes EU-Land ein Gesetz verabschieden, das den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Social-Media-Angeboten einschränkt. Unterdessen überprüft Australiens Internetaufsicht mögliche Verstöße durch große Plattformen.

    Ein Smartphone-Bildschirm zeigt die Apps von Social-Media-Netzwerken, darunter Facebook, Instagram und Tiktok.
    Frankreich könnte als erstes EU-Land die Social-Media-Plattformen verpflichten, ihr Angebot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren zu sperren. (IMAGO / imagebroker / IMAGO / imageBROKER / Frank Schneider)
    Der Senat in Paris soll am Abend über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag abstimmen. Der Text sieht vor, ein Mindestalter von 15 Jahren für die Nutzung bestimmter Onlinedienste festzuschreiben. Ziel ist es, die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu schützen. Betroffene Onlinediensten würden per Dekret festgelegt. Möglicherweise ändern die Senatorinnen und Senatoren den Text noch ab.
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte das Ziel gesetzt, dass das Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren bereits im kommenden Schuljahr in Kraft treten soll. Tatsächlich ist Frankreich bei der Umsetzung aber auf die EU angewiesen, die allein die Online-Plattformen verpflichten kann, das Alter der Nutzerinnen und Nutzer zu prüfen.

    Australiens Aufsicht prüft mögliche Verstöße

    Als erstes Land weltweit hatte Australien Ende vergangenen Jahres ein Social-Media-Verbot für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren eingeführt. Die dortige Internetaufsicht hat nun eine Überprüfung von fünf großen Diensten wegen möglicher Verstöße angekündigt. Einige Plattformen täten möglicherweise nicht genug, um die Sperren wirksam umzusetzen. Betroffen sind Meta mit Facebook und Instagram, Snapchat, TikTok sowie Googles YouTube, wie die Behörde mitteilte.
    Den Unternehmen drohen Strafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (rund 29,6 Millionen Euro). Die Entscheidung über mögliche Sanktionen soll bis Mitte des Jahres fallen.
    Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.