Missbrauchs-Studie
Franziskaner räumen eklatantes Versagen ein

Der Franziskanerorden in Deutschland hat ein eklatantes Versagen im Umgang mit sexuellem Missbrauch eingeräumt.

    Ein Denkmal des heiligen Franz von Assisi mit einem Vogel in der Hand im niederösterreichischen Mostviertel
    Ein Denkmal des heiligen Franz von Assis in Niederösterreich (Archivbild). (imago stock&people)
    Bis in die 2010er Jahre hinein sei sexualisierte Gewalt in den eigenen Reihen verleugnet oder nur auf Druck von außen zugegeben worden, heißt es in einer
    wissenschaftlichen Studie. Das beauftragte Institut ermittelte mehr als 100 überwiegend männliche Betroffene sexualisierter Gewalt seit 1945. Als Tatverdächtige wurden 98 Ordensmänner namentlich identifiziert. Das Dunkelfeld sei aber um ein Vielfaches größer, so die Autoren der Studie. Die meisten Übergriffe geschahen demnach in pädagogischen Einrichtungen. Ein Großteil der Tatverdächtigen ist bereits gestorben.
    Bei der Vorstellung der Untersuchung in München bat der Leiter der deutschen Franziskanerprovinz, Fuhrmann, alle Betroffenen um Vergebung. Ein Verschweigen solcher Verbrechen dürfe es nie wieder geben, sagte er.
    Der Franziskanerorden, der sich auf den Heiligen Franz von Assisi beruft, ist nach eigenen Angaben mit rund 13.600 Mitgliedern der weltweit drittgrößte Orden der katholischen Kirche.
    Diese Nachricht wurde am 25.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.