Symbolischer Akt
Französische Nationalversammlung hebt Sklavereigesetz von 1685 auf

In Frankreich hat das Parlament Jahrhunderte alte Sklavereigesetze offiziell gestrichen.

    Der französische Abgeordnete Mathiasin im Anzug und mit Brille steht an einem Mikrofon und spricht - dahinter eine Marmortreppe.
    Der französische Abgeordnete Max Mathiasin in der Nationalversammlung in Paris während der Debatte über den "Code Noir". (picture alliance / Hans Lucas / Xose Bouzas)
    Die Nationalversammlung beschloss einstimmig die Aufhebung des sogenannten "Code Noir". Das Gesetz aus dem Jahr 1685 regelte die Sklaverei in den französischen Kolonien. Es definierte Sklaven als Eigentum, weshalb es erlaubt war, sie zur Arbeit zu zwingen, zu schlagen, zu verkaufen, zu vergewaltigen und zu töten.
    Frankreich hatte die Sklaverei im Jahr 1848 abgeschafft; der "Code Noir" war bislang aber formell nicht aufgehoben. Der jetzt erfolgte Schritt des Parlaments gilt als symbolisch und als Beitrag zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Frankreichs.
    Diese Nachricht wurde am 28.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.