
Die Wissenschaftler schreiben in den Fachzeitschriften "British Medical Journal" und "Nature Communications", Konservierungsstoffe wie Sorbate, Sulfite und Nitrite seien mit einer höheren Häufigkeit von Krebserkrankungen verbunden. Am deutlichsten ist dies demnach bei Natriumnitrit (E250) der Fall, das für die Konservierung von Fleisch- und Wurstwaren eingesetzt wird und das Risiko von Prostatakrebs um etwa ein Drittel erhöht.
Der regelmäßige Konsum von Kaliumsorbat (E202), das etwa in Ketchup und Mayonnaise vorkommt, verdoppelt den Studien zufolge das Diabetesrisiko.
Individuelles Risiko gering, aber gesamtgesellschaftlich bedeutsam
Dieses Risikoniveau ist auf individueller Ebene relativ gering. Im Vergleich dazu steigert Rauchen das Lungenkrebsrisiko um mehr als das 15-fache. Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene bedeutet es jedoch zahlreiche zusätzliche Erkrankungen, da diese Zusatzstoffe in Lebensmitteln weitverbreitet sind.
Die Epidemologin Touvier, die die beiden Studien betreut hat, betont: "Es heißt nicht, dass man gleich Krebs bekommt, wenn man Produkte mit Konservierungsmitteln konsumiert, aber man sollte die Häufigkeit dieses Konsums begrenzen." Touvier empfiehlt, im Supermarktregal die am wenigsten verarbeiteten Lebensmittel zu bevorzugen.
Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
