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Frauen in der Filmbranche

Noch nicht mal jeder fünfte deutsche Kinofilm ist von einer Frau. Filmhochschulen haben allerdings etwa zur Hälfte weibliche Absolventen. Ein Symposium in Berlin sollte Antworten darauf geben, woher diese Diskrepanz kommt.

    Almut Getto, Regisseurin von "Fickende Fische", glaubt zu wissen, warum sie so wenige Kolleginnen hat:

    Man hat der Hochschule fast nur männliche Dozenten, man lernt das Filmemachen an Beispielen von Filmen, die Männer gemacht haben. An diesen Filmhochschulen redet keiner darüber, dass es einen Unterschied geben könnte in der Art und Weise, wie Frauen Filme machen.

    Auch für Justyna Feicht war es nicht leicht, in ihrem Job als Kamerafrau zu bestehen. In der Ausbildung waren nicht die fehlenden Vorbilder das Problem, sondern die männlichen Mitstreiter:

    Technik lernen mit Männern ist sehr schwer. Wir waren immer die letzten, die an die Kameras durften, weil sich die Jungs immer vorgedrängt haben.

    Dazu kommt, dass Frauen vielleicht die unbequemeren Mitarbeiter sind. Sie haben oft eine klare Vorstellung davon, was sie wollen und wie sie es wollen. Und sie sind kaum bereit, sich auf Vorschläge der Produzenten einzulassen. Das heißt, es ist anstrengender, mit ihnen zu arbeiten. Allerdings können Frauen in der Regel besser organisieren und koordinieren als ihre Kollegen. Deshalb sind sie im Produktionsmanagement stark vertreten. Egozentrische Regisseure oder Schauspieler sind kein großes Problem. Für Produzentin Manuela Stehr liegt das daran, dass Frauen weniger karrieresüchtig sind:

    Frauen überdenken spätestens mit der Gründung einer Familie ihre Prioritäten.

    Laut einer EU-Studie verlieren Mütter pro Kind drei bis vier Jahre, was die Karriere angeht. Und damit verlieren sie oft auch Kontakte, Qualifikation und den beruflichen Anschluss.