Müttergenesungswerk
Frauen zwischen Beruf, Kindern und Haushalt - Mütter brauchen mehr Solidarität

Mütter brauchen mehr Unterstützung und Solidarität durch Politik und Gesellschaft. Dafür plädiert das Müttergenesungswerk anlässlich des heutigen Muttertags. Sorge-Arbeit - auch Care-Arbeit genannt - dürfe nicht länger als private Selbstverständlichkeit betrachtet werden.

    Das Foto zeigt eine Frau in der Küche, ihr Kleinkind steht auf einem Stuhl vor einem Computer
    Frauen sind mit der Doppelbelastung von Arbeit und Sorge-Arbeit oft überlastet (picture alliance / photothek / Ute Grabowsky)
    Vielmehr müsse Care-Arbeit als gesellschaftlich unverzichtbare Leistung anerkannt werden, sagte die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerk, Rebekka Rupprecht, der Berliner Morgenpost. Der Alltag in vielen Familien würde ohne diese Arbeit nicht funktionieren.
    Rupprecht rechnet vor, dass in Deutschland jährlich 117 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit geleistet würden. Dies entspreche einem Wert von mindestens 1,2 Billionen Euro. Das sei 19-mal so viel wie der Bundesgesundheitsetat 2026. Politisch und gesellschaftlich werde ignoriert, dass Frauen die Hauptlast dieser unbezahlten Care-Arbeit trügen.
    Mütter stellten immer wieder ihre eigenen Bedürfnisse über lange Zeit zurück, weil sie glaubten, funktionieren zu müssen. "Das Bild der 'guten Mutter ist oft immer noch geprägt von dem Anspruch, allem gleichzeitig gerecht werden zu müssen: liebevoll und jederzeit verfügbar zu sein, beruflich engagiert zu arbeiten, den Familienalltag perfekt zu organisieren und dabei möglichst gelassen und dankbar zu wirken", betont Rupprecht.
    Nach Angaben des Müttergenesungswerkbraucht jede vierte Mutter in Deutschland eine stationäre Vorsorge- oder Rehamaßnahme. Oft müssten die Frauen bis zu einem Jahr auf eine Reha warten.
    Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.