Um es vorwegzunehmen: Amerikanische Soldaten sind weder schwerhörig noch befürchten Pentagon-Planer, dass ihre GIs demnächst taub über die Schlachtfelder laufen. Grund für den geballten Sponsoring-Einsatz immerhin aller drei Teilstreitkräfte des US-Militärs für diese mit 55 Teilnehmern kleine Konferenz liegt an anderer Stelle.
Die Förderung einer Tagung durch Forschungsförderungsinstitutionen der verschiedenen militärischen Organisationen, zum Beispiel der NATO oder den verschiedenen Organisationen der US Army, die sind primär dazu da, Tagungen zu finanzieren, an denen US-amerikanische Wissenschaftler teilnehmen, die ihre Unterstützungen von diesen Organisationen bekommen.
Sagt Professor Birger Kollmeier, Leiter des Hörzentrums der Carl von Ossietzky Universität und Teilnehmer der Tagung. Das US-Militär fördert Konferenzen, an denen US-Wissenschaftler teilnehmen, die auf militärisch interessanten Feldern forschern. In Delmenhorst geht es dabei weniger um Hörgeräte, im Mittelpunkt stehen Spracherkennungssysteme, damit zum Beispiel Kampfpiloten ihre Befehle nur noch in ein Mikrophon sprechen müssen. In den Hightech-Kriegen Afghanistans und Iraks ist das ein hochbrisantes Thema! Genau genommen liefert Birger Kollmeier von der Oldenburger Friedens-Universität also Forschungsergebnisse für militärische Anwendungen - was er aber so nicht sieht:
Zum einen ist dies keine Veranstaltung der Universität Oldenburg, sondern eine Veranstaltung des Hanse-Wissenschaftskollegs, die organisiert wurde von einem englischen Kollegen, und es gab deshalb keine Notwendigkeit, sich hier in irgendeiner Weise mit der Universität Oldenburg Organisationen zu besprechen.
Das ist zumindest fragwürdig, denn in der Grundordnung der Carl von Ossietzky Universität vom 15.10.1997 legt Paragraph 13 fest:
Alle an Forschung und Lehre beteiligten Mitglieder und Angehörige der Universität haben die Folgen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bedenken. Werden ihnen Ergebnisse der Forschung vor allem an der Universität oder in ihrem Fachgebiet bekannt, die bei verantwortungsloser Verwendung erhebliche Gefahren für die Gesundheit, das Leben oder das friedliche Zusammenleben des Menschen herbeiführen können, sollen sie eine ständige Kommission des Senats unterrichten.
Nun liegt es auf der Hand, dass Gesundheit, Leben und friedliches Zusammenleben erheblich gefährdet sind, wenn etwa ein Jetpilot seine Bombenabwürfe demnächst per Sprachbefehl einleitet. So eng möchte Professor Birger Kollmeier das Problem aber nicht ausgelegt sehen.
Zum anderen ist es so, dass die Forschung hier öffentlich ist und dass es auch nicht abzusehen ist, ob es in irgendeiner Weise neben dem vorwiegend öffentlichen Nutzen zum Beispiel im Medizinbereich auch einen Nutzen im militärischen Bereich geben wird.
Was auch fragwürdig ist: Was will Hörgeräte-Entwickler Birger Kollmeier denn machen, wenn sich nachträglich heraus stellt, dass seine Ideen doch militärischen Nutzen haben?
Der aktuelle Fall um die Delmenhorster Tagung macht ein Grundproblem der Forschungsförderung deutlich: Neben der eindeutig definierten Militärforschung gibt es ein breites Feld wissenschaftlicher Aktivitäten, die beides sein können: Dem Frieden und dem Krieg verpflichtet. Mit Spracherkennungssystemen lassen sich Hörgeräte bauen und Bomben abwerfen. Eine Grauzone, in die sich die Carl von Ossietzky Universität hinein manövriert hat.
Entscheidend ist, dass wir als Carl von Ossietzky Universität eine besondere Verpflichtung haben, nicht im Auftrag des Militärs und keinesfalls im nicht publizierten Bereich tätig zu sein. Forschungsergebnisse, die an der Universität Oldenburg entwickelt werden, werden publiziert und es findet keine Auftragsforschung für das Militär statt.
Die Förderung einer Tagung durch Forschungsförderungsinstitutionen der verschiedenen militärischen Organisationen, zum Beispiel der NATO oder den verschiedenen Organisationen der US Army, die sind primär dazu da, Tagungen zu finanzieren, an denen US-amerikanische Wissenschaftler teilnehmen, die ihre Unterstützungen von diesen Organisationen bekommen.
Sagt Professor Birger Kollmeier, Leiter des Hörzentrums der Carl von Ossietzky Universität und Teilnehmer der Tagung. Das US-Militär fördert Konferenzen, an denen US-Wissenschaftler teilnehmen, die auf militärisch interessanten Feldern forschern. In Delmenhorst geht es dabei weniger um Hörgeräte, im Mittelpunkt stehen Spracherkennungssysteme, damit zum Beispiel Kampfpiloten ihre Befehle nur noch in ein Mikrophon sprechen müssen. In den Hightech-Kriegen Afghanistans und Iraks ist das ein hochbrisantes Thema! Genau genommen liefert Birger Kollmeier von der Oldenburger Friedens-Universität also Forschungsergebnisse für militärische Anwendungen - was er aber so nicht sieht:
Zum einen ist dies keine Veranstaltung der Universität Oldenburg, sondern eine Veranstaltung des Hanse-Wissenschaftskollegs, die organisiert wurde von einem englischen Kollegen, und es gab deshalb keine Notwendigkeit, sich hier in irgendeiner Weise mit der Universität Oldenburg Organisationen zu besprechen.
Das ist zumindest fragwürdig, denn in der Grundordnung der Carl von Ossietzky Universität vom 15.10.1997 legt Paragraph 13 fest:
Alle an Forschung und Lehre beteiligten Mitglieder und Angehörige der Universität haben die Folgen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bedenken. Werden ihnen Ergebnisse der Forschung vor allem an der Universität oder in ihrem Fachgebiet bekannt, die bei verantwortungsloser Verwendung erhebliche Gefahren für die Gesundheit, das Leben oder das friedliche Zusammenleben des Menschen herbeiführen können, sollen sie eine ständige Kommission des Senats unterrichten.
Nun liegt es auf der Hand, dass Gesundheit, Leben und friedliches Zusammenleben erheblich gefährdet sind, wenn etwa ein Jetpilot seine Bombenabwürfe demnächst per Sprachbefehl einleitet. So eng möchte Professor Birger Kollmeier das Problem aber nicht ausgelegt sehen.
Zum anderen ist es so, dass die Forschung hier öffentlich ist und dass es auch nicht abzusehen ist, ob es in irgendeiner Weise neben dem vorwiegend öffentlichen Nutzen zum Beispiel im Medizinbereich auch einen Nutzen im militärischen Bereich geben wird.
Was auch fragwürdig ist: Was will Hörgeräte-Entwickler Birger Kollmeier denn machen, wenn sich nachträglich heraus stellt, dass seine Ideen doch militärischen Nutzen haben?
Der aktuelle Fall um die Delmenhorster Tagung macht ein Grundproblem der Forschungsförderung deutlich: Neben der eindeutig definierten Militärforschung gibt es ein breites Feld wissenschaftlicher Aktivitäten, die beides sein können: Dem Frieden und dem Krieg verpflichtet. Mit Spracherkennungssystemen lassen sich Hörgeräte bauen und Bomben abwerfen. Eine Grauzone, in die sich die Carl von Ossietzky Universität hinein manövriert hat.
Entscheidend ist, dass wir als Carl von Ossietzky Universität eine besondere Verpflichtung haben, nicht im Auftrag des Militärs und keinesfalls im nicht publizierten Bereich tätig zu sein. Forschungsergebnisse, die an der Universität Oldenburg entwickelt werden, werden publiziert und es findet keine Auftragsforschung für das Militär statt.