Freitagmittag Klinikum Großhadern. Im Hörsaal Nummer drei drücken rund 80 angehende Mediziner die Bänke. Theorie der Niere steht im Programm. Zuerst als Vortrag, danach eine Stunde Nachbesprechung. Die Studierenden scheinen voll bei der Sache. Dabei könnten sie sich jetzt auch locker an der Isar entspannen. Denn eigentlich gibt ihnen die LMU am Freitag frei vom Dienst im Uniklinikum. Doch steht im Oktober das nächste Hammerexamen an, das heißt, an fünf Tagen wird das theoretische Wissen aus acht Semestern geprüft. Stress pur also und Studiendekan Professor Martin Reincke hat da schon die Nebenwirkung bei seinen Schäfchen festgestellt:
" Wir haben beobachtet, dass viele Studenten, nachdem sie das gesamte Studium abgeleistet haben, noch einmal ein halbes Jahr oder länger aussetzen, nur um die Prüfung abzulegen. Das kann aber weder im Interesse der Studierenden noch der Hochschulen sein."
Und so entstand die Idee zu LMU-StaR, einem freiwilligen Repetitorium, für das es seit April sogar extra einen freien Tag gibt. Am so genannten "Studienfreitag" finden Auffrischungskurse statt, die speziell das Wissen der Inneren Medizin, Chirurgie und Anästhesie sowie punktuell der dazu erforderlichen Fächer Mikrobiologie, Pathologie, Pharmakologie und Radiologie wiederholen.
"Klar ist das zusätzliche Arbeit. Die Fakultät hat mittlerweile einige Stellen geschaffen, die sich damit beschäftigen, damit es ins Laufen kommt, damit es am Leben erhalten wird, die ist sehr aktiv in der Beziehung."
Oberarzt und Privatdozent Dr. Matthias Angstwurm ist der geistige Vater des StaR-Projekts. Das Konzept für Aufbau und Inhalte jedoch stammt jedoch nicht von ihm, sondern von 16 Stipendiaten, die im Rahmen einer München-Harvard-Allianz zwecks Verbesserung der Medizinerausbildung nach Boston und Chicago geschickt wurden. Mit dem expliziten Auftrag, ein solches Konzept zu entwerfen. Tatsächlich sind im StaR-Program die meisten ihrer Vorschläge umgesetzt worden, sagt Dr. Mark op den Winkel, einer der vier jungen Ärzte, die das Freitagsrepetitorium organisieren. So gibt es statt Frontalunterricht lieber interaktive TED-Systeme, Tutorien und andere, eher dialogorientierte Formen mit vielen Fallbeispielen.
"... wo sich auch der Lehrkörper zurücknimmt und sagt, diskutiert das mal untereinander, damit auch die ihr Wissen auch mal anwenden können und auch zeigen, dass sie das können, und das gibt vielen auch eher so ein gutes Gefühl, dass sie glauben, dass das Examen auch gut bestehen zu können."
Rund 250.000 Euro kostet das StaR-Programm – die Hälfte davon stammt aus den Studiengebühren, die andere Hälfte aus der Fakultätskasse. Finanziert werden dadurch in erster Linie Stellen für Dozenten, aber auch Medizinstudenten, die bei den Kursvorbereitungen mitarbeiten – etwa indem sie sich Fallbeispiele ausdenken. Studiendekan Reincke sieht die Viertelmillion als Investition, die sich auch für die LMU auszahlen wird.
"Die Hochschule erwartet davon einerseits eine höhere Attraktivität für die Studierenden – wir stehen langsam doch in einem nationalen Wettbewerb um die besten Studierenden, wir sind aber auch daran interessiert, dass unsere Studierenden möglichst gute Examina machen, weil bayernweit leistungsorientiert, das heißt auch für die Ergebnisse der Lehre werden Millionen inzwischen verteilt, und die LMU möchte einen möglichst großen Anteil von diesem Lehrkuchen bekommen."
Zumindest ein Ziel ist aber schon erreicht. Der Stress ist deutlich reduziert – zumindest bei jenen, die freitags eben nicht an der Isar liegen. Jedenfalls fühlt die 26-jährige Jasmin auf ihr Hammerexamen im Oktober durch StaR ganz gut vorbereitet:
"Auf jeden Fall. Man hat einfach eine kontinuierliche Wiederholung. Klar muss man das dann vor dem Examen noch mal selber aufarbeiten. Aber so ist das nicht alles im Kurzzeitgedächtnis gelandet, sondern prägt sich dann schon dauerhaft ein."
So eine selbst verordnete Frischzellenkur fürs Gedächtnis scheint also nicht das schlechteste Rezept gegen Angst vorm Hammerexamen zu sein.
" Wir haben beobachtet, dass viele Studenten, nachdem sie das gesamte Studium abgeleistet haben, noch einmal ein halbes Jahr oder länger aussetzen, nur um die Prüfung abzulegen. Das kann aber weder im Interesse der Studierenden noch der Hochschulen sein."
Und so entstand die Idee zu LMU-StaR, einem freiwilligen Repetitorium, für das es seit April sogar extra einen freien Tag gibt. Am so genannten "Studienfreitag" finden Auffrischungskurse statt, die speziell das Wissen der Inneren Medizin, Chirurgie und Anästhesie sowie punktuell der dazu erforderlichen Fächer Mikrobiologie, Pathologie, Pharmakologie und Radiologie wiederholen.
"Klar ist das zusätzliche Arbeit. Die Fakultät hat mittlerweile einige Stellen geschaffen, die sich damit beschäftigen, damit es ins Laufen kommt, damit es am Leben erhalten wird, die ist sehr aktiv in der Beziehung."
Oberarzt und Privatdozent Dr. Matthias Angstwurm ist der geistige Vater des StaR-Projekts. Das Konzept für Aufbau und Inhalte jedoch stammt jedoch nicht von ihm, sondern von 16 Stipendiaten, die im Rahmen einer München-Harvard-Allianz zwecks Verbesserung der Medizinerausbildung nach Boston und Chicago geschickt wurden. Mit dem expliziten Auftrag, ein solches Konzept zu entwerfen. Tatsächlich sind im StaR-Program die meisten ihrer Vorschläge umgesetzt worden, sagt Dr. Mark op den Winkel, einer der vier jungen Ärzte, die das Freitagsrepetitorium organisieren. So gibt es statt Frontalunterricht lieber interaktive TED-Systeme, Tutorien und andere, eher dialogorientierte Formen mit vielen Fallbeispielen.
"... wo sich auch der Lehrkörper zurücknimmt und sagt, diskutiert das mal untereinander, damit auch die ihr Wissen auch mal anwenden können und auch zeigen, dass sie das können, und das gibt vielen auch eher so ein gutes Gefühl, dass sie glauben, dass das Examen auch gut bestehen zu können."
Rund 250.000 Euro kostet das StaR-Programm – die Hälfte davon stammt aus den Studiengebühren, die andere Hälfte aus der Fakultätskasse. Finanziert werden dadurch in erster Linie Stellen für Dozenten, aber auch Medizinstudenten, die bei den Kursvorbereitungen mitarbeiten – etwa indem sie sich Fallbeispiele ausdenken. Studiendekan Reincke sieht die Viertelmillion als Investition, die sich auch für die LMU auszahlen wird.
"Die Hochschule erwartet davon einerseits eine höhere Attraktivität für die Studierenden – wir stehen langsam doch in einem nationalen Wettbewerb um die besten Studierenden, wir sind aber auch daran interessiert, dass unsere Studierenden möglichst gute Examina machen, weil bayernweit leistungsorientiert, das heißt auch für die Ergebnisse der Lehre werden Millionen inzwischen verteilt, und die LMU möchte einen möglichst großen Anteil von diesem Lehrkuchen bekommen."
Zumindest ein Ziel ist aber schon erreicht. Der Stress ist deutlich reduziert – zumindest bei jenen, die freitags eben nicht an der Isar liegen. Jedenfalls fühlt die 26-jährige Jasmin auf ihr Hammerexamen im Oktober durch StaR ganz gut vorbereitet:
"Auf jeden Fall. Man hat einfach eine kontinuierliche Wiederholung. Klar muss man das dann vor dem Examen noch mal selber aufarbeiten. Aber so ist das nicht alles im Kurzzeitgedächtnis gelandet, sondern prägt sich dann schon dauerhaft ein."
So eine selbst verordnete Frischzellenkur fürs Gedächtnis scheint also nicht das schlechteste Rezept gegen Angst vorm Hammerexamen zu sein.