Tourismus
Frühere Dombaumeisterin Schock-Werner kritisiert geplantes Eintrittsgeld für Kölner Dom

Die frühere Kölner Dombaumeisterin und heutige Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins, Schock-Werner, hat sich erneut kritisch zum geplanten Eintrittsgeld für den Kölner Dom geäußert. Kirchen seien keine kommerziellen Räume und sollten daher allen Menschen offenstehen, sagte sie.

    Das Porträt einer grauhaarigen Frau mit Brille. Es ist Barbara Schock-Werner.
    Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner 2019 bei einer Veranstaltung in Köln. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)
    Im Interview mit dem Deutschlandfunk betonte Schock-Werner, sie verstehe, dass man wegen der gestiegenen Kosten mehr Geld für die Pflege und den Erhalt des Doms brauche. Das geplante Eintrittsgeld lehne sie aber grundsätzlich ab. Sie finde es wichtig, dass im Dom jeder willkommen sei, egal ob er zum Gebet komme oder sich den Kirchenbau als Kulturinteressierter anschauen wolle. Sie finde es daher "nicht glücklich", dass man jetzt Geld nehmen wolle, um eine Kirche zu besuchen.
    Zudem befürchtet Schock-Werner, dass vor allem Menschen mit wenig Geld und Besucher aus Köln und der Region durch zu hohe Preise abgeschreckt würden. Zudem sei der Dom ein "missionarisches Angebot" um zu zeigen, was für tolle Räume man zu Ehren Gottes geschaffen habe. In dem Moment, wo man für die Besichtigung Geld verlange, werde der Dom eher wie ein Museum.

    Schock-Werner hofft auf niedrigen Eintrittspreis

    Das Domkapitel plant, ab der zweiten Jahreshälfte Eintritt für die Besichtigung des Doms zu verlangen. Wer die Kirche zum Beten nutzen möchte, soll das weiter kostenfrei tun können. Unklar ist bisher, wie hoch das Eintrittsgeld sein wird. Schock-Werner hofft auf einen möglichst geringen Betrag. Aus ihrer Sicht wäre ein Betrag deutlich über zehn Euro problematisch.
    Zugleich betonte Schock-Werner, dass der Dom für die Menschen in und um Köln eine besondere Bedeutung habe; es gebe eine Art "Liebesverhältnis" der Kölnerinnen und Kölner zum Dom; etwas Ähnliches habe sie bisher in keiner anderen Stadt erlebt. Dieses Gemeinschaftsgefühl könne leiden, wenn der Zugang zum Dom räumlich oder finanziell begrenzt werde.
    Diese Nachricht wurde am 16.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.