Strafgerichtshof
Früherer Milizen-Führer aus Darfur zu 20 Jahren Haft verurteilt

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat einen früheren Milizen-Führer wegen Kriegsverbrechen im sudanesischen Darfur zu 20 Jahren Haft verurteilt.

    Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman sitzt bei der Anhörung vor dem Internationalen Gerichtshof. Man sieht ihn von der Seite.
    Der ehemalige Milizenchef Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman wurde verurteilt. (AP / Piroschka van de Wouw)
    Das Gericht hatte ihn bereits im Oktober schuldig gesprochen; heute wurde das Strafmaß verkündet. Das Gericht befand den Mann in insgesamt 27 Anklagepunkten für schuldig, darunter auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und Vergewaltigung. Der 76-Jährige war Anfang der 2000er-Jahre ein gefürchteter Milizenführer in Darfur.
    Es ist der bislang einzige Prozess zu den Verbrechen in der Region, seit der Fall 2005 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an den Strafgerichtshof verwiesen wurde. Im Laufe der Jahre wurden in Darfur mehr als 300.000 Menschen getötet. Derzeit kommt es in der Region zu neuen Gräueltaten, so etwa in der Stadt Al-Faschir nach ihrer Übernahme durch die aufständische RSF-Miliz.
    Diese Nachricht wurde am 09.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.