
Damit endet die Geschichte des einst in Schweden gebauten, 160 Meter langen Schiffes. Das Schiff wurde bereits Ende der 1940er-Jahre in Göteborg gebaut und trug zunächst den Namen "Stockholm". 1948 hatte es seine Jungfernfahrt. Es war zuerst auf der Strecke zwischen Skandinavien und Nordamerika unterwegs.
Am 25. Juli 1956 wurde die "Stockholm" durch ein trauriges Ereignis weltbekannt: Im dichten Nebel vor der nordamerikanischen Küste kollidierte sie mit dem italienischen Luxusliner "Andrea Doria". 51 Menschen starben damals beim Untergang der "Andrea Doria". Zuletzt war das Schiff unter dem Namen "Astoria" unter portugiesischer Flagge unterwegs - bis es fahruntauglich wurde.
25 Jahre für die DDR im Einsatz
Die DDR kaufte die "Stockholm" 1959 für rund 20 Millionen schwedische Kronen. Ab 1960 stach das Schiff als "MS Völkerfreundschaft" in See. 25 Jahre lang wurde das Schiff vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund betrieben. Plätze an Bord waren oft eine Belohnung für Arbeiter oder Parteiveteranen.
Zur DDR-Kreuzfahrtschiff-Flotte gehörten auch die "Fritz Heckert" und später die "Arkona". Etwa 280.000 DDR-Bürger konnten im Laufe der Jahre mit einem der Schiffe eine Seereise unternehmen. Einige nutzten diese auch für einen endgültigen Abschied aus der Heimat: 225 Passagiere und Besatzungsmitglieder flüchteten bei Landgängen oder indem sie von Bord sprangen.
Transatlantik-Schiff mit längster Historie
1985 verkaufte die DDR die "MS Völkerfreundschaft" und ersetzte sie durch die größere und deutlich modernere "Arkona". Das Schiff war danach unter wechselndem Namen und Eigentümern im Einsatz und wurde im Laufe der Jahre das am längsten im Dienst befindliche Transatlantik-Schiff der Welt.
Jetzt sollen insgesamt 12.000 Tonnen Material aus dem Schiff gewonnen werden, neben Stahl auch Holz, Glas und Plastik. Über 97 Prozent des Materials will die Werft recyceln.
Diese Nachricht wurde am 24.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
