Anthropologie
Frühmenschen hatten offenbar vor 2 Millionen Jahren einen Wachstumsschub

Der berühmte Frühmensch Lucy hat nur etwa 30 Kilogramm gewogen. Und auch andere Frühmenschen-Arten waren recht klein im Vergleich zu uns modernen Menschen. Jetzt haben Forschende Hinweise gefunden, dass die frühen Menschen vor rund zwei Millionen Jahren einen Wachstumsschub hatten.

    Rekonstruktion von "Lucy", einer kleinen Frau, die starke Merkmale einer Menschenäffin hat und vor etwa 3,2 Millionen Jahren gelebt haben könnte
    Der Frühmensch "Lucy", die vor 3,2 Millionen Jahren gelebt haben könnte, im Neanderthal-Museum in Mettmann (picture alliance / AP Photo / Martin Meissner)
    Sie wollten wissen, wie der Mensch so groß werden konnte. Dazu haben sie knapp 400 Fossilien von 21 verschiedenen Menschenspezies untersucht und deren Körpergewicht berechnet. Sie schreiben im Fachmagazin PNAS, dass der Mensch zwar allmählich und kontinuierlich ein bisschen größer geworden ist, vor über zwei Millionen Jahren gab es aber wohl einen deutlichen Wachstumsschub.
    Das war die Zeit von Homo erectus, als die Menschen begannen, mehr Fleisch zu essen, besser darin wurden, auf zwei Beinen zu gehen und auf der Suche nach Nahrung auch längere Wege zurücklegten. All das könnte mit einem größeren Körper leichter zu bewältigen gewesen sein. Homo erectus war der erste Frühmensch, der 60 Kilogramm und mehr wiegen konnte.
    Frühere Studien waren teils zu anderen und widersprüchlichen Antworten gekommen. Einer der aktuellen Studienautoren sagt, das liege daran, dass frühere Studien unterschiedliche Methoden benutzt hätten, wodurch man die Ergebnisse schwer vergleichen könne.
    Diese Nachricht wurde am 23.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.