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StartseiteSport AktuellDie Regionalliga-Reform und ihre Schattenseiten18.03.2019

FußballDie Regionalliga-Reform und ihre Schattenseiten

Fünf Staffeln gibt es derzeit in der Fußball-Regionalliga, eine soll wegfallen, vermutlich die Regionalliga Nordost. Wie dann genau deren Klubs aufgeteilt und zukünftig Auf- und Absteiger ermittelt werden - darüber herrscht noch Uneinigkeit. Klar ist nur: Es wird Verlierer geben.

Von Daniel Theweleit

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Die Auswechselbank und das Logo von Lokomotive Leipzig im Bruno-Plache-Stadion (imago sportfotodienst / Beautiful Sport)
Regionalligist Lokomotive Leipzig hat sich gegen eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost ausgesprochen (imago sportfotodienst / Beautiful Sport)
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Immerhin in einem Punkt herrscht Einigkeit. Die gegenwärtige Struktur der Fußball-Regionalligen ist keine sinnvolle Dauerlösung. Fünf Staffeln gibt es, lange stiegen aber nur drei Klubs auf, derzeit sind es immerhin vier. Dass jedoch Viertligameister auch weiterhin nicht automatisch mit der Versetzung in die Dritte Liga belohnt werden, ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Mit komplizierten Verfahren werden aus fünf Staffelsiegern vier Aufsteiger ermittelt, schon lange wird daher an einer Wettbewerbsreform gearbeitet.

Der Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes hat im Dezember 2017 dem Plan zugestimmt, aus fünf Staffeln vier zu machen, doch an dieser Stelle wird es kompliziert. Die Regionalligen Südwest und West sollen aufgrund der hohen Einwohnerzahlen und der vielen Vereine in diesen Regionen bestehen bleiben, sagt der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Daher werde man sich am morgigen Dienstag "treffen, um gemeinsam einen Strukturvorschlag zu erarbeiten, wie aus den drei Regionalligen Nord, Nordost und Bayern künftig zwei Regionalligen gebildet werden können."

"Liga verliert an Attraktivität"

Bis auf Energie Cottbus haben auch alle Drittligisten dieser Variante zugestimmt, doch vor allem im Nordostdeutschen Fußballverband wird dieser Vorschlag immer kritischer gesehen. Die Regionalliga Nordost würde aufgelöst, die Klubs würden auf Bayern und den Norden aufgeteilt werden. Amateurspieler, von denen die meisten neben ihrem Fußballhobby arbeiten oder studieren, wären zu langen Reisen und Übernachtungen gezwungen.

Thomas Löwe, der Präsident von Lokomotive Leipzig, sagt im MDR: "Wir haben uns als Verein ganz klar positioniert gegen eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost. Die Liga wird an Attraktivität verlieren und die Entfernungen die lassen sich wirtschaftlich nicht darstellen."

Mal wieder wäre der ohnehin schon so stark gebeutelte Fußball der ehemaligen DDR auf der Verliererseite, deutet Heiko Scholz, der Trainer des FSV Wacker Nordhausen an: "Ich fände es schade, wenn Nordost wegfällt, weil da sind viele Traditionsvereine, da sind die meisten Fans, das ist viel Herzblut, weil es den Vereinen nie so gut geht."

DFB stimmt im September ab

Wahrscheinlich würde sogar der ganze Nordostdeutsche Fußballverband mittelfristig auf der Strecke bleiben. Die Lage ist so brisant, dass Ideen reanimiert werden, die längst vom Tisch waren: eine Aufstockung der Dritten Liga auf 22 Teams, in der es dann fünf Absteiger geben könnte, zum Beispiel. So könnten alle fünf Regionalligen erhalten bleiben.

Doch das lehnen die meisten Drittligisten ab. Klar ist nur: Es wird Verlierer geben. Dem Vernehmen nach sollen nach dem morgigen Treffen unabhängige Experten in einer neuen Kommission Lösungen finden. Doch die Zeit drängt. Bis zum 15. April muss ein Konzept vorliegen, über das der DFB-Bundestag dann im September abstimmen kann.

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