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Fußball
Neues vom Ticketskandal

Kartenhändler Eventim und der damalige DFB-Ticketchef sollen vor der WM 2006 Millionen in die eigenen Taschen gewirtschaftet haben. Der "Welt am Sonntag" liegen nun Unterlagen der Staatsanwaltschaft und E-Mails vor, aus denen Details hervorgehen.

Von Julia Möckl | 12.10.2014

    Die Ausmaße des wohl größten Ticketskandals in der Geschichte des deutschen Fußballs sind beachtlich: Nach Informationen der "Welt am Sonntag" soll sich ein ehemaliger DFB-Manager vor der WM 2006 mit Millionenbeträgen bereichert haben - durch illegale Ticketdeals mit einem Vorstand beim Kartenhändler Eventim, der ebenfalls Nutznießer war. Der DFB-Manager habe Eventim Zugriff auf mehr als 50.000 WM-Tickets verschafft, die dann über eine Münchner Firma an Schwarzmarktfirmen verkauft worden seien. Auf diese Weise sollen rund 12 Millionen Euro erwirtschaftet worden sein, mit denen sich die beiden bereichert haben sollen.
    Zuvor soll der Eventim-Vorstand den DFB-Manager außerdem bestochen haben - damit seine Firma den Zuschlag für den Vertrieb der WM-Karten bekommt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in dieser Sache schon seit 2009. Der DFB erklärte, man habe sich bereits 2010 von dem betreffenden Manager getrennt.