Montag, 16. Mai 2022

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Fußball-WM 2018
"Doppelt so teuer wie WM in Brasilien"

Seit einer Woche ist die Fußball-WM in Brasilien Geschichte und schon geht der Blick nach Russland zum Ausrichter der Weltmeisterschaft 2018. Auch hier wird vieles teurer als ursprünglich geplant. Professor Martin Müller von der Universität Zürich rechnet mit der teuersten WM aller Zeiten.

Martin Müller im Gespräch mit Moritz Küpper | 20.07.2014

Blick in das Moskauer Luschniki-Stadion.
Im Moskauer Luschniki-Stadion soll das Eröffungspiel und das Finale der WM 2018 stattfinden. (picture-alliance / dpa / Yuri Kochetkov)
Prof. Dr. Martin Müller von der Universität Zürich erwartet für die Fußball-WM 2018 in Brasilien eine wahre Kostenexplosion. Seit 2013 gibt es einen Erlass der russischen Regierung, der die Kosten für die WM 2018 ausrechnet. Dieser sei auf 21 Milliarden US-Dollar angelegt und damit fast doppelt so hoch, wie die Kosten für die WM 2014 in Brasilien. "Da sind aber nur die Investitionen enthalten, die direkt für die WM notwendig sind. Zusätzliche Kosten für Flughäfen oder Züge sind darin noch nicht enthalten", sagt Müller.
Müller begründet die Kostensteigerung mit den Gegebenheiten in Russland. "Russland ist bekannt dafür, dass sie relativ teuer bauen, vor allem in Großprojekten." Es fehle eine Konkurrenzsituation in Russland, die die Kosten niedrig halten könne und natürlich sei auch die Korruption ein Problem, sagt der Schweizer Professor.
Außerdem bemängelt der Forscher, dass man sich die Zahlen mühsam zusammen suchen muss. "Es herrscht keinerlei Transparenz. Es gibt keine Website oder eine Quelle, wo die Kosten aufgeführt sind".
Ein Grund warum bei sportlichen Großevents die Kosten regelmäßig in die Höhe schnellen, sei die Besonderheit dieser Turniere. "Im Gegensatz zu anderen Großprojekten, wie beim Berliner Flughafen, kann man bei Großveranstaltungen die Deadline nicht nach hinten schieben. Deshalb steigen stattdessen die Kosten."
Das vollständige Gespräch können Sie bis mindestens 20. Januar 2015 als Audio-on-demand abrufen.