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StartseiteBüchermarktFußfetischist mit Chip im Kopf06.04.2012

Fußfetischist mit Chip im Kopf

Benjamin Stein: "Replay". Roman. C.H. Beck Verlag, München 2012

Benjamin Stein präsentiert in seinem neuen Roman seine Vision einer total kontrollierten Gesellschaft. Er beschreibt, was in Zeiten von Google und Facebook möglich wäre, ohne dass wir es bemerken. Zugleich lässt er alles offen, und so rauscht man immer wieder in ein bodenloses Loch.

Von Anja Hirsch

In Steins Zukunftsvision  "Replay" herrscht das absolute Netzwerk UniCom. Google und Facebook sind längst Vergangenheit. (AP)
In Steins Zukunftsvision "Replay" herrscht das absolute Netzwerk UniCom. Google und Facebook sind längst Vergangenheit. (AP)

Es gibt Bücher, aus denen findet man nicht heraus - nicht, weil sie zu lang wären, sondern weil man sich in ihrem endlosen Denklabyrinth verliert. Benjamin Steins Roman "Replay" ist ein solches Buch ohne Sicherheiten. Seitenlang hatte man sich einem Erzähler anvertraut, der vorgab, unter Ängsten und Mängeln zu leiden - ein Understatement, das Sympathiepunkte einträgt. Dann plötzlich wandelt er sich zum dogmatischen Werbeträger eines diktatorischen Unternehmens, das mit unser aller Daten Geld und Macht gewinnt. Benjamin Stein erzählt nicht nur von Manipulation - er manipuliert selbst. Ed Rosen heißt sein Mann, den er auf uns ansetzt. Dabei hätten wir von Anfang an misstrauisch sein können. Wer traut schon einem abergläubischen Erzähler, der womöglich Wahnvorstellungen hat?

Ich fürchte mich vor Erscheinungen, die ich nicht selbst erfunden habe. Und nun dieser Huf... Am Fußende lugt er im Dunkel unter der Bettdecke hervor. Das ist mir nicht geheuer. Ohne hinzusehen, decke ich ihn zu, lasse meinen Kopf zurück ins Kissen sinken und schließe die Augen wie ein Kind, das denkt, was es nicht sieht, ist nicht. Das beruhigt mich. Dabei müsste ich wissen, dass es ein böses Omen ist.

Einmal glaubt er, ein Dybbuk hocke auf ihm. Aber solche Panikanfälle verschwinden auch wieder. Ed Rosen ist promovierter Harvardabsolvent. Als Spezialist für Software, die organisches Nervengewebe mit Computern verbindet, arbeitet er für ein mysteriöses Unternehmen im legendären Silicon Valley. Vom Fleck weg hat man ihn engagiert zur Entwicklung eines Augen-Implantats: Gesteuert durch eine Art general überwachtes Handy, das "UniCom", soll der Einsatz im Kopf Blinden helfen, wieder zu sehen. Das klingt erst einmal moralisch einwandfrei. Aber bald schon eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten. Ed Rosen ist nicht nur bereit, sie dank seines technischen Wissens mit auf den Weg zu bringen; er lässt sich sogar dazu überreden, das Implantat an sich selbst auszuprobieren. Wegen einer angeborenen Sehschwäche ist er als Versuchskaninchen geradezu prädestiniert. Die ehrenwerte Rolle verlangt ihm einige Strapazen ab. Sein Körper muss gestählt, das Nervensystem gekühlt, der Träger rund um die Uhr kontrolliert werden. Schwierig für jemanden, dem das Aussehen nie wichtig war.

"Es war ein langwieriger Prozess. Ich eroberte mir meinen Körper von den Füßen aus aufwärts Zentimeter um Zentimeter zurück. Wenn ich es recht bedenke, war es ein Stück nachgeholter Kindheit und ein gehöriges Stück nachgeholter Pubertät. Seit ich mich selbst sah, war ich auch für andere sichtbar geworden. Ich war endlich nicht mehr nur eine Art wandelnder Geist, dessen Namen höchstens von einem eingeweihten Zirkel Aufmerksamkeit zuteil wurde, weil er dem Autor bahnbrechender Forschungsarbeiten gehörte. Ich wurde wahrgenommen als körperliches Wesen, als ganzer Mensch, als Mann."

Wie praktisch, dass seine persönliche Trainerin Katelyn zugleich seine neue Freundin ist, nicht nur bewandert in Yoga und Pilates, sondern Informatikerin mit gleichem Forschungsgebiet. Zufall? Die Zeichen mehren sich, dass Ed Rosen schon früh, nicht erst als Versuchsobjekt der Firma, zu deren Marionette wird. Das stört ihn wenig, solange er das Gefühl behält, die sich steigernde Abhängigkeit selbst mit entwickelt zu haben: Täter und Opfer zugleich, entzieht sich diese Erzählerfigur eingleisiger Vorverurteilung. "Replay" ist erzählstrategisch gesehen ein ständig in sich zusammenfallendes Kartenhaus, das Zweifel an der Position und Funktion aller Figuren schürt. Jeder Satz, jedes Zeichen, jede Andeutung setzt beim Lesen Keime, die sich fortpflanzen und viele Wahrheiten gebären, die einander widersprechen, aber zugleich alle möglich sind. Benjamin Stein, 1970 in Ost-Berlin geboren, in München lebend, studierte Judaistik und Hebraistik und arbeitet für diverse Computerzeitschriften sowie als Unternehmensberater für Informationstechnologie. Er schöpft aus verschiedenen Quellen. Wie ausgearbeitet, geplant und vorausschauend seine leicht zu goutierende, auch leicht zu unterschätzende Prosa ist, offenbart sich erst im Rückblick ganz. Beim ersten Lesen wirken die Sätze als Geheimnisträger jener dunklen Welt, die sich nach und nach um einen zusammenzieht und von der wir bald ahnen, dass sie unserer eigenen Gegenwart gar nicht so unähnlich ist.

"Matana mit seinem enzyklopädischen Wissen zitiert gern große Männer, Thomas Kardinal Wolsey etwa: Sei sehr, sehr vorsichtig, was du in deinen Kopf hinein lässt, denn du wirst es nie und nimmer wieder heraus bekommen. Und damit haben beide recht, Wolsey, der es sagte, und Matana, der es sich nicht entgehen lässt, mich gelegentlich daran zu erinnern."

Das Implantat im Kopf verträgt Ed Rosen gut. Aber es weckt Wünsche. Was könnte man nicht alles steuern mit diesem Chip? Es wundert kaum, dass dem körperlich verjüngten und erfrischten Erzähler, der mit Katelyn eine heftige und innige Beziehung pflegt, bald vorwiegend sinnliche Wünsche antreiben. Gott und tieferen Sinnfragen hatte er sowieso schon früh den Rücken gekehrt. Schuld ist der jüdische Rabbi, der dem damals Pubertierenden einen gehörigen Schrecken einjagte, als er ihm das Sheol, die Vorhölle ausmalte.

"Wir würden zwar unseren irdischen Körper abgelegt haben, dafür aber in einer Art Geistkörper wandeln, und an jenen Körperteilen, mit denen wir in der hiesigen Welt gesündigt hätten, würden wir dort untrügliche Zeichen tragen, die unsere Vergehen offenbarten: Verkrüppelungen oder Verkümmerungen. Eine winzige Hand beispielsweise, weil unsere Hände im Leben den Bedürftigen nicht hatten geben wollen. Oder riesige Ohren, weil wir zu Lebzeiten auf Klatsch und Tratsch und jede Art übler Nachrede begierig gelauscht hatten."

Irgendwo hier muss es passiert sein, dass Ed Rosen für die irdische Welt verloren ging. Benjamin Stein überlässt es den Lesern, den Punkt aufzufinden, an welchem sein Erzähler einknickte; wann es also genau war, dass er so verführbar wurde für die oberflächlichen Dinge des Lebens. Einmal den Körper und seine Lust entdeckt, entwickelt sich Ed Rosen zu einem wahren Erotomanen mit besonderer Vorliebe für Füße. Katelyns Füße begeistern ihn so, dass er die Idee hat, seine Lieblingsbegegnung mit ihnen wieder und wieder erlebbar zu machen. Kein Problem für den Spezialisten. Und so entwickelt sich das UniCom schon bald zu einem wahren Wundergerät: Es vermag die erotischsten Erlebnisse zu konservieren, so dass man sie je nach Belieben auf Knopfdruck auch bei Abwesenheit der Partnerin abspielen kann: "Replay", das so genannte "Driften", beschert täuschend echte Orgasmen über Orgasmen, die auszuformulieren Benjamin Stein keine Zeile scheut. Bald wirkt der künstliche Erinnerungsgarten wie eine Droge - Ausstieg ungewiss. Warum auch?

"Das 3-D-Kino hatte bereits für einen Boom gesorgt, da es die Illusionen, live dabei zu sein, perfektioniert hatte. Die Möglichkeiten des UniCom gingen darüber noch weit hinaus. Man konnte ein und denselben Film in vielen Variationen erleben, eine Szene mehrfach aus dem Blickwinkel verschiedener Akteure verfolgen. Man war nicht einfach nur wie dabei, sondern spielte mit, und Erfahrungen wie diese haben Suchtpotential."

Kosten der Droge sind die Daten, die jeder UniCom-Träger freiwillig zur Verfügung stellt. Mit wegwerfender Selbstverständlichkeit verteidigt Ed Rosen bald schon die Firma vor Gegnern wie dem gerade wieder auf freien Fuß gelassenen Julian Assange - der Wikileaks-Gründer argumentiere manipulativ. Und was soll schon dabei sein, wenn die Firma den Blick der Träger auf bestimmte Werbeprodukte lenkt?

"Assange hat ein Interview gegeben, wieder einmal. Er protestiert gegen die Transparenz-Gesetze, die wir letzten Monat verabschiedet haben. Es ist die übliche Farce. Er greift tief in die Trickkiste, beschwört Orwell, bezeichnet die Corporation als Big Brother Trust und behauptet, wir hätten nunmehr endgültig die Schreckensvision der Televisoren zur flächendeckenden Realität gemacht.
Weiß der Mann überhaupt, wovon er redet? Wir unterdrücken nicht. Wir sind Dienstleister, informieren, helfen und unterhalten. Dass wir damit Geld verdienen, ist nicht ehrenrührig."


Souverän gelingt Benjamin Stein die erzählerische Wende vom zerbrechlichen "Ich" zum kollektiven "Wir", unter dem die Identität Ed Rosens sich zu verlieren droht. Und so vermittelt "Replay" selbst das beengende Gefühl, das von einer Gesellschaft ausgeht, die Transparenz und Totalitarismus unmerklich verschwistert hat. Benjamin Stein bebildert hier nicht nur ein durchaus vertrautes Paralleluniversum, in welchem digitale Diktatur unmerklich Fuß fasst. Er führt vor, wie solche Macht ganz ohne Gewalt, als Folge freiwilliger Unterwerfung entsteht: durch Auflösung der Gewaltenteilung. Das UniCom benötigt keine SIM-Karte von Fremdanbietern. Bald liegt alles in einer Hand.

"Feindliche Übernahmen waren nicht nötig. Die Konkurrenz verschwand einfach vom Markt, weil sich kaum noch jemand für ihre Produkte interessierte."

"Replay" gruselt und verunsichert wie Steins voriger Roman: "Die Leinwand", 2010 erschienen, konnte man von zwei Seiten lesen. Das Ende beider Geschichten lag also in der Mitte. Dort geschah ein Mord, zweimal anders erzählt, weshalb man zwar bestens unterhalten, aber völlig verwirrt das Buch aus der Hand legte: Wer war denn nun der Täter, wer das Opfer? Oder ging es innerhalb des jüdischen Kontextes doch eher um Neugeburt und Verwandlung durch den Glauben? "Replay" ist von dieser Frage gar nicht so weit entfernt. Benjamin Stein hat nur den Kontext geändert. Aber auch jetzt ist der Erzähler, der seine Erinnerung wiederholbar macht, zugleich hilfloser Abhängiger. Genauer: Es ist eben gar nicht mehr auszumachen, wann die digitale Diktatur begann, geschweige denn, wer sie zu verantworten hat. Als Kenner der Informatikbranche ist Stein mit seiner Vision einer total kontrollierten Gesellschaft ganz in der Gegenwart angekommen. Er beschreibt, was in Zeiten von Google und Facebook möglich wäre, was vielleicht schon längst in Gange ist, ohne dass wir es bemerken. Zugleich lässt er alles offen, und so rauscht man immer wieder in ein bodenloses Loch, weil alles so sein kann, aber auch anders. Das ist, abgesehen von einem Leerlauf in den die Orgien beschreibenden Mittelpassagen, bis zum Schluss spannend erzählt und von analytischer Schärfe.

"Die maßgeblichen Entrepreneure des Landes sahen das Potenzial, investierten, brachten sich und die Dienste ihrer Unternehmen ein, und so begann das neue Zeitalter - ohne blutige Revolution und nennenswerte Widerstände. Die Kunden rannten uns die Türen ein. Man wollte dazugehören. Irgendwann gab es kaum noch jemanden, der zurückbleiben, nicht dabei sein, auf das blaue Pulsieren hätte verzichten wollen."

Ed Rosen verwandelt sich zu einem Hörigen, der alle mit der Wunscherfüllung verbundenen Fesseln dankend in Kauf zu nehmen bereit ist. Seine Fähigkeit, zwischen Wirklichkeit und Schein unterscheiden zu können, schwindet.

"Es wird Zeit, dass ich die Augen öffne und mich vergewissere. Befinde ich mich womöglich in der künftigen Welt? Bin ich im Schlaf ins Sheol geglitten? Dann wäre mein Erwachen gar kein Erwachen gewesen, sondern fühlte sich lediglich so an, eine Irreführung, und der Huf, zu dem sicher noch ein zweiter gehört, wäre die mir zugedachte Strafe für die Dauer meiner Existenz in diesem Zwischenreich."

Auch als Leser weiß man nie mit Sicherheit, in welcher erzählten Welt man sich gerade befindet und ob nicht der ganze Roman eigentlich eine Konserve ist, der in eine Endlosschleife geraten ist. Wie Benjamin Stein dabei Fragen der Verantwortung in ein raffiniertes Verweissystem aus Leitmotiven verstrickt, ist meisterhaft. Spiegel, Nymphe, der Gehörnte sind solche Wegweiser im Text. Stein umspielt sie, bis wir glauben, sie entschlüsseln zu müssen, um alles zu verstehen. Und so passiert beim Lesen etwas Merkwürdiges und Faszinierendes: Die sterile Kulisse und das darin agierende Personal werden immer geheimnisvoller und unfassbarer. Zeitgleich wirkt der alles kühl analysierende Ed Rosen immer durchsichtiger, geheimnisloser, vorausschaubarer. Benjamin Stein erzählt diese Geschichte vom freiwilligen Selbstverlust des Menschen aus der Sicht des Süchtigen, der diesen Selbstverlust kaum bemerkt, weil er so beschäftigt ist mit dem Konsumieren seines vermeintlichen Glücksstoffes. Und doch ist Ed Rosen keine simple Figur, eher überkomplex, Opfer seines Zwangs, das eigene Beobachten beobachten zu müssen. Kontrollwahn und Kontrollverlust sind die Eckdaten dieses Romans.

"Für einen Augenblick hatte mich die Furcht überkommen, ich könnte eines Tages womöglich aus einer solchen Drift-Session nicht mehr erwachen."

Man mag anführen, dass dieser geheimnislose Mensch der Zukunft, der sich freiwillig versklaven lässt, schon oft Stoff von Romanen war. Und natürlich betreibt auch Stein Aufklärung - wie in diesem Literaturjahr auf ganz andere Weise Florian Felix Weyh mit seinem politsoziologischen Thriller "Toggle". Beide buchstabieren Fallen und Finten im Facebook- und Handyzeitalter aus - wie einst George Orwell mit "1984" oder Ray Bradbury mit "Fahrenheit 451" für ihre Zeit. In Steins Roman etwa ist das Netzwerk Facebook schon eine Vorstufe des später erfolgreichen UniComs, mit unabsehbaren Folgen:

"Es gibt in diesen wuchernden Systemen so gut wie keine Funktion negativer Rückkoppelung. Man kann Interessantes weiterverbreiten und Beiträge anderer mit einem Klick auf den Like-Button adeln. Fallen im menschlichen Körper die Systeme des negativen Feedbacks aus, wird schnell mal ein Krebsgeschwür daraus. Systemtheoretisch betrachtet, kann ein solches System, das sich allein auf positive Rückmeldung stützt, nur in die Katastrophe steuern. Aus winzigen Turbulenzen werden wahre Stürme, eine sich immer schneller drehende Spirale ungebremster Wucherung."

Solche Gegenwartsdiagnosen machen auch Benjamin Steins Roman zum soziologischen Thriller. Folgt man aber den Verweisen im Text etwas genauer, zeigt sich, dass es dem Autor nicht allein um unheimliche Atmosphäre und Aufklärung gegangen sei dürfte. Die Bibel und das Paradies spielen in seinem Roman eine wichtige Rolle. Kurz nachdem sich Ed Rosen und Katelyn kennen gelernt haben, besuchen sie die Ausstellung eines Künstlers, der Arkadien darstellt. Beide betrachten lange und sehr verbunden eine Staffelei. Mit einem Mal zerfällt der Moment großer Intensität:

"Ein leiser Marimbaschlag schreckte uns auf. Wir lösten uns voneinander und sahen uns um.
Die Staffelei war verschwunden, mitsamt dem Bild im Bild, der Nymphe und ihrem Pan, der aus ihm entsprungen war. Allein vor einem großen Spiegel sahen wir uns selbstverloren im Halbdunkel stehen. Wie zwei Kinder, die sich im Wald verlaufen haben, hielten wir uns an den Händen und starrten durch den Vorhang, der sich hinter uns bewegte, als wäre jemand eilig hindurchgeschlüpft."


Tatsächlich inszeniert Benjamin Stein in seinem schmalen Roman selbst ein Bild im Bild im Bild. Sein Objekt ist der heutige Mensch, der im Begriff ist, nach dem Apfel zu greifen. Er begleitet ihn gnadenlos bis zur Verlorenheit nach dem Fall. Der Unterschied zur biblischen Urszene liegt auf der Hand: Das moderne Paradies, welches dank UniCom möglich wird, ist ein nur von Menschen geschaffenes, künstliches Paradies. Es kann jederzeit abgeschaltet werden. Mit diesen Anspielungen an biblische und mystische Kontexte öffnet Benjamin Stein seinen Roman hin zu grundlegenden Fragen. Was passiert, wenn statt eines unhinterfragten Glaubens das Wissen ohne Moral regiert? Kann ein System, das auf freiwilliger Selbstkontrolle beruht, wie sie Ed Rosen kraft seines ganzen Körpereinsatzes abverlangt wird, überhaupt funktionieren? Genauer: Wohin führt es? Und: Wo fängt es an, wo hört es auf, wer kontrolliert hier überhaupt wen? Die Frage nach dem Anfang und Ende ist möglicherweise die spannendste Frage nicht nur dieses Romans, sondern des Autors Benjamin Stein. Nach seinem Roman "Die Leinwand" hat er jetzt in "Replay" unsere Gegenwart im Laufschritt überholt und die vorausgeworfenen Schatten ausgemessen.

Benjamin Stein: Replay. Roman. C.H. Beck Verlag, München 2012, 171 Seiten, 17,95 €.

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