Paris
G7-Finanzminister schließen Beratungen ab

Die Finanzminister der führenden Industriestaaten haben die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Nach einem Treffen der G7-Finanzminister in Paris hieß es in einer Erklärung, der anhaltende Konflikt im Nahen Osten bremse Wachstum, schüre Inflation und setze die Lieferketten für Energie, Nahrungsmittel und Düngemittel unter Druck.

    Mehrere Personen sitzen an einem Konferenztisch.
    Die Finanzminister der G7-Staaten haben über die aktuelle Wirtschaftslage beraten. (picture alliance / SIPA / ROMUALD MEIGNEUX)
    Der französische Ressortchef Lescure warnte davor, dass 50 Millionen Menschen in besonders betroffenen Ländern sehr bald unter einer Nahrungsmittelkrise leiden könnten. Deshalb habe man den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank gebeten, ihre Unterstützung für die von der Krise betroffenen Länder auszuweiten. Mit Blick auf einen weiteren Krisenherd hieß es, die G7-Staaten seien sich auch in ihrer Verurteilung Russlands wegen des Angriffs auf die Ukraine einig, ebenso wie in der Unterstützung der Ukraine.

    Handelsungleichgewichte und Seltene Erden

    Bei ihrem Treffen verständigten sich die Finanzminister außerdem darauf, gegen Handelsungleichgewichte vorzugehen. Lescure erklärte, China konsumiere zu wenig, die USA zu viel und Europa investiere zu wenig. In der Folge sorge ein chinesischer Exportüberschuss zu Problemen. Konkrete Pläne für Maßnahmen legten die Finanzminister jedoch nicht vor. Stattdessen hieß es lediglich, die "nationalen Antworten" müssten zu höheren Investitionen und zur Verbesserung der Produktivität ⁠führen. Bisherige ‌Gespräche im größeren Rahmen der G20-Staaten, denen auch China angehört, hatten bislang kaum Fortschritte gebracht.
    Im Hinblick auf kritische Mineralien und Seltene Erden kündigten die G7-Staaten gemeinsame Maßnahmen an, um unabhängiger von China zu werden. Die G7-Staaten sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.
    Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.