Berlin
Gedenktafel für NS-Gegner Otto Weidt eingeweiht

In Berlin wird jetzt mit einer Gedenktafel an den NS-Gegner Otto Weidt erinnert. Der Kleinfabrikant versuchte in der NS-Zeit, seine jüdischen Arbeiter vor Verfolgung und Deportation zu schützen. Seine Geschichte wurde durch die Autobiografie der Schriftstellerin Inge Deutschkron bekannt.

    In den Boden eingelassene Metallplatte an den Hackeschen Höfen in Berlin.
    Eine in den Boden eingelassene Metallplatte in Erinnerung an Otto Weidt an den Hackeschen Höfen in Berlin. Nun wird noch eine Gedenktafel aufgestellt. (imago images / Winfried Rothermel / Winfried Rothermel via www.imago-images.de)
    Berlins Kulturstaatssekretärin Cerstin Richter-Kotowski sagte, Otto Weidt habe gezeigt, dass selbst unter einem Terrorregime Handlungsspielräume existierten. Sein Beispiel mahne, "wachsam zu bleiben, Unrecht zu benennen und Menschlichkeit nicht preiszugeben“, betonte die CDU-Politikerin. Die Gedenktafel steht am Otto-Weidt-Platz an der Heidestraße in Berlin-Mitte.
    In der NS-Zeit bewahrte Weidt in seiner Bürstenmacherwerkstatt am Hackeschen Markt vor allem blinde und gehörlose Jüdinnen und Juden zeitweilig vor der Deportation oder half ihnen unterzutauchen. Otto Weidt wurde 1971 von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
    Die Lebensgeschichte Weidts wurde erst durch die Veröffentlichung der Autobiografie „Ich trug den gelben Stern“ der Schriftstellerin und Journalistin Inge Deutschkron einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
    Diese Nachricht wurde am 09.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.