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StartseiteSport AktuellTrotz Dopingbetrugs zu Olympia14.04.2020

Gedopte Sportler und Tokio 2021Trotz Dopingbetrugs zu Olympia

Gedopte Sportler profitieren von der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio. Betrüger, die Olympia in diesem Jahr wegen einer Sperre verpasst hätten, haben die Chance, sich zu qualifizieren - wenn ihre Sperre bis zum Sommer 2021 abläuft.

Von Heinz Peter Kreuzer

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Das Bild zeigt Material für Dopingkontrollen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen im Januar 2020 in Lausanne. (imago images / GEPA pictures)
Viele überführte gedopte Sportler profitieren von der Verschiebung der Olympische Spiele in Tokio (imago images / GEPA pictures)
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Witold Banka, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur, sieht keine juristische Handhabe gegen den Start von Sportlern, deren Dopingsperre abgelaufen ist. Genauso wie die Sportler könnten sich auch die Anti-Doping-Organisationen nicht aussuchen, wann ein Athlet gesperrt würde. Der Sportrechtler Paul Lambertz ergänzt:

"Es ist auch nicht die möglich, die Nominierungskriterien des IOC jetzt für die Spiele im Sommer 2021 so zu ändern, dass Athleten, die im Vorfeld der Spiele eine Sperre bekommen haben, nicht starten dürfen. Das gab es in der Tat in der Vergangenheit, das nannte sich "Osaka-Regel". Die ist aber bereits im Jahr 2011 vom Internationalen Sportschiedsgerichtshof für unwirksam erklärt worden. worden, sodass eine nachträgliche Regeländerung nicht mehr möglich ist."

"Osaka-Regel" wurde vom Internationalen Sportgerichtshof einkassiert

Die "Osaka-Regel" besagte, dass alle Sportler, die mit einer mindestens sechsmonatigen Dopingsperre belegt wurden, nicht an den darauffolgenden Olympischen Spielen teilnehmen durften. Die CAS-Richter hoben die Regel mit der Begründung auf, dass ein Sportler durch seine Dopingsperre schon genug bestraft sei. Ein zusätzlicher Ausschluss von den Olympischen Spielen sei nicht rechtens. Damals profitierten unter anderem die US-Sprinter Shawn Le Meritt und Justin Gatlin von der CAS-Entscheidung.

Lambertz zieht daher das Fazit, "dass Athleten, deren Sperre im Jahr 2020 ausläuft, Glück gehabt haben. Und wenn die Nominierungskriterien es hergeben, auch die Chance erhalten, 2021 in Tokio zu starten."

In der Leichtathletik könnten über 40 Sportler profitieren

Alleine in der Leichtathletik könnten über 40 der derzeit mehr als 200 gesperrten Sportler auf Grund der Verschiebung der Spiele in Tokio starten. Das schätzt die Athletics Integrity Unit. Diese Organisation ist für den Anti-Dopingkampf in der Leichtathletik verantwortlich. Unter den Nutznießern ist auch die türkische Mittelstrecken-Läuferin Gamze Bulut. Sie war 2016 nach auffälligen Werten in ihrem Blutpass wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Ab Mai darf die 27-Jährige wieder starten. Im kommenden Jahr will die Türkin dann eine Goldmedaille holen. Ihr Olympiasieg in London 2012 war ihr wegen Dopings aberkannt worden.

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