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StartseiteHintergrundGefährliche Geschäfte08.03.2006

Gefährliche Geschäfte

Deutsche Unternehmen im Irak

" Alleine der Bedarf an LKWs, Transportmitteln oder Generatoren ist gigantisch. Also man kann da ohne Probleme für ein paar Millionen Euro Ware hin verkaufen. "

Von Jörg Münchenberg

Der Techniker Rene Bräunlich, links, wurde im Irak entführt. (AP)
Der Techniker Rene Bräunlich, links, wurde im Irak entführt. (AP)
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…erklärt der Unternehmer Bernhardt Winter. Der Exporteur von Baumaschinen ist eigens von Hamburg nach Köln angereist zu einem deutsch-irakischen Wirtschaftstreffen: Hier will er Kontakte knüpfen und vielleicht sogar neue Kunden gewinnen. Die Veranstaltung ist gut besucht, obwohl nur Tage zuvor zwei deutsche Ingenieure der sächsischen Firma Cryotec im Irak entführt worden sind, deren Schicksal bis heute ungeklärt ist.

Jeder, der sich im Irak wirtschaftlich engagieren will, kennt das Risiko - dennoch ist das Interesse groß, bei kleinen mittelständischen Firmen genauso wie bei großen Konzernen wie etwa Siemens oder auch Daimler Chrysler. Denn der Bedarf ist gewaltig, entsprechend verlockend sind die Geschäftsaussichten. Nach einer Schätzung der Weltbank von 2003 benötigt der Irak für den wirtschaftlichen Aufbau zusätzliche Mittel in einer Größenordnung von 55 Milliarden US-Dollar bis 2007.

So gibt es noch immer erhebliche Probleme bei der Elektrizitäts- und Wasserversorgung - und auch bei der übrigen Infrastruktur, beim Verkehr oder der Telekommunikation, gibt es einen enormen Nachholbedarf:

" Sicherlich sind nicht zuletzt aufgrund der großen Finanzzusagen seitens der USA - immerhin 24 Milliarden Dollar bilateral Finanzzusagen hat es seitens der USA gegeben - sind jetzt US-Unternehmen dort verstärkt tätig. Deutsche Firmen auch im Rahmen von Unterverträgen im Auftrag von US-amerikanischen Unternehmen. Ansonsten machen auch sehr viel die Nachbarländer - Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, und auch die Türkei ist natürlich sehr stark. "

…beschreibt Jochen Clausnitzer, Nahostexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages das unterschiedliche wirtschaftliche Engagement im Irak. Doch auch der DIHK sieht dort einen interessanten Zukunftsmarkt: Trotz der prekären Sicherheitslage biete der Wiederaufbau des Zweistromlandes vielfältige Möglichkeiten für deutsche Unternehmen", urteilte die Kammerorganisation noch im letzten Jahr.

Und das hat nicht zuletzt historische Gründe. Anfang der 80er Jahre war Deutschland der wichtigste Handelspartner des Irak. Das Spitzenjahr war 1983, da wurden deutsche Waren im Wert von rund vier Milliarden Euro in den Irak geliefert. Zum Vergleich: 2005 umfasste das Exportvolumen gerade noch 300 Millionen Euro - jedoch bei wieder steigender Tendenz. Und dabei, so DIHK-Experte Clausnitzer, spielen nicht zuletzt die guten Geschäftsbeziehungen von früher eine wichtige Rolle:

" Es gibt sehr viele Anlagen, die jetzt wieder hergestellt werden müssen - Zementfabriken, Pumpenanlagen oder auch der Flughafen in Basra sind mit deutscher Technik ausgerüstet. Und da bietet sich an, dass auch die Unternehmen, die die Blaupausen und Ersatzteile für diese Anlagen haben, auch dort ihre Hilfe anbieten. "

Mit anderen Worten: Den Planern bleibt manchmal gar nichts anderes übrig, als auf deutsche Hilfe zurückzugreifen. Die Angaben über die aktuelle Zahl der deutschen Firmenvertreter im Irak sind allerdings äußerst vage. Verständlicherweise, denn angesichts der angespannten Sicherheitslage haben die Unternehmen natürlich kein Interesse daran, ihre Mitarbeiter zusätzlich in Gefahr zu bringen. Gerade von den großen Unternehmen gibt es dazu überhaupt keine Auskunft.

Nach Angaben des DIHK sind es insgesamt gerade mal rund 30 bis 40 deutsche Mitarbeiter, die sich sporadisch und meist nur im Norden des Landes aufhalten, der noch als relativ sicher gilt. Eine Zahl, die auch Maxim Worcester bestätigt, er ist Geschäftsführer der Risiko-Managementberatung Control Risks, die Unternehmen weltweit in Sicherheitsfragen berät:

" Die Anzahl von deutschen Unternehmen, die permanent im Irak sind, ist sehr gering. Es gibt aber eine ganze Menge von kleineren Firmen, Subunternehmen von größeren Firmen, die regelmäßig dort hinfahren. Das stimmt. "

Nach Schätzungen der Sicherheitsbranche könnten es dagegen durchaus einige Hundert Deutsche sein, die sich auf eigene Faust im Irak bewegen und die nicht einmal die deutsche Botschaft in Bagdad über ihre Anwesenheit informiert haben.

Undenkbar für große Firmen, die die Aufenthalte ihrer Mitarbeiter bis ins Detail vorbereiten. Ein gut organisiertes Unternehmen hält unbedingt die nötigen Standards ein, heißt es etwa bei Siemens. Und dazu gehört auch die Beratung durch Sicherheitsfirmen wie Control Risks: geschützte Unterkünfte, gepanzerte Wagen, persönliche Leibwächter sind im Irak eine Selbstverständlichkeit. Die weltweit agierende Sicherheitsfirma hilft auch bei der Vorbereitung:

" Also zunächst einmal können wir die Unternehmen beraten, inwieweit eine persönliche Präsenz im Irak überhaupt notwendig ist für ihre Firmenangehörigen. Denn vielfach können die Aufgaben im Ausland erledigt werden, Verhandlungen können im Ausland geführt werden, die müssen nicht im Irak geführt werden. Wenn die Anwesendheit unabdingbar ist, dann können wir die Leute für die kurze Zeit - und am besten wirklich für eine kurze Zeit - beraten, wir können sie betreuen, das heißt beschützen. Allerdings muss man sagen: es gibt keine Garantie für einen absoluten Schutz. Wer das behauptet, der lügt schlichtweg. "

Das machen zwei Zahlen dramatisch deutlich: nach Angaben des US-Arbeitsministeriums wurden seit 2003 rund 470 Mitarbeiter von US-Firmen im Irak getötet, die an verschiedenen Wiederaufbauprogrammen beteiligt waren. Die Zahl der Verletzten betrug im gleichen Zeitraum rund 4500.

Entsprechend sind die Sicherheitsdienstleister extrem teuer: Nach Schätzungen von Experten wird rund ein Viertel des Geldes, das die US-Regierung derzeit amerikanischen Firmen für den Wiederaufbau zahlt, direkt oder indirekt für den Schutz der Mitarbeiter ausgegeben. Insofern profitieren Firmen wie Control Risks natürlich von der angespannten Sicherheitslage, das räumt auch der Geschäftsführer der deutschen Vertretung, Maxim Worcester, ein:

" Das kostet natürlich eine Menge Geld. Das ist mit einem enormen Aufwand verbunden. Zunächst mal ist es mit einem analytischen Aufwand verbunden - wir müssen im Land selber ein Netzwerk an Informanten vorhalten. Wir müssen ständig erkundschaften; wir müssen wissen, was sich im Land tut, was sich anbahnt, wer wo ist, welche Patrouillen fahren. Das muss alles ermittelt werden im Vorfeld, und das kostet natürlich Geld. "

Schnell kommen da Tagessätze von bis zu 7000 Euro zusammen, die natürlich kleine Firmen kaum aufbringen können, sofern sie nicht als Subunternehmer im Fahrwasser eines großen Konzerns mitschwimmen. Dabei stehen die Firmen durchaus vor einem Dilemma: Denn nur wer in neue Märkte auch in Krisengebieten investiert, kann später von einem möglichen Boom profitieren. Umgekehrt gilt: wer zu spät kommt, geht schnell leer aus.

Es ist die riskante Seite der Globalisierung, der gerade der Exportweltmeister Deutschland besonders ausgesetzt ist. Nicht zuletzt deshalb lobte im Februar Wirtschaftsminister Michael Glos die Arbeit der beiden im Irak entführten Ingenieure. Durch ihre Bereitschaft, Anlagen in Krisengebieten zu montieren, würden letztlich auch Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.

Freilich, oft ist es auch die blanke Not, die gerade kleinere Unternehmen in riskante Abenteuer treibt. Denn wo sich die großen Konzerne noch nicht etabliert haben, haben kleine Firmen bessere Geschäftsaussichten. So begründet auch der Hamburger Baumaschinen-Exporteur Bernhardt Winter sein Interesse für den Irak:

" Der Markt ist ja noch lange nicht gesättigt für die Produkte, die ich verkaufen möchte. Der Markt ist auch noch nicht so stabil. Und für kleinere Firmen ist es oft besser, in Ländern zu arbeiten, die noch ein bisschen chaotisch sind. Da sind die Chancen oft besser als in einem stabilen Markt. Da wird es oft schwieriger. Weil die großen Unternehmen dort selbst gut etablieren. Aber in so Märkten wie dem Irak, da sind viele Große noch nicht, da hat man einfach bessere Chancen auch als mittelständisches Unternehmen. "

Die Vorgehensweise der sächsischen Firma Cryotec ist geradezu exemplarisch. Die Stickstoffanlagen, die die beiden Ingenieure im Irak aufbauen sollten, waren für teures Geld entwickelt, weitere Aufträge in Aussicht gestellt worden.

Angesichts der aussichtsreichen Geschäfte unterschätzen oder ignorieren manche Unternehmer die Gefahr. Dabei seien gerade ausländische Geschäftsleute im Irak besonders gefährdet, heißt es beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, aber auch beim Sicherheitsdienstleister Control Risks:

" Saddam Hussein hat kurz vor seiner Niederlage die Gefängnistore geöffnet und sehr viele Schwerstkriminelle in die Freiheit entlassen. Viele dieser Leute stehen heute hinter den Entführungen, die jetzt stattfinden. Die Entführungen selber, die sind entweder politisch motiviert, wie sie es vor allem am Anfang waren. Zunehmend haben aber diese Entführungen auch einen finanziellen Hintergrund. Es gibt mittlerweile eine richtige Entführungsindustrie - wir sprechen hier von "kidnap for random". "

Peter Kling, Mitarbeiter eines Architektenbüros, hat noch einmal Glück gehabt. Völlig unbedarft war er im Dezember vergangenen Jahres in den Irak gefahren, das "riesige Potential", wie er es formuliert, stets vor Augen. Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen, Verwaltungsgebäude - der Planungsbedarf im Irak ist gewaltig, und daran wollte der Architekt mitverdienen:

" Wir sind ganz naiv hingereist und haben gar nichts gemacht. Wobei das Problem ist in der deutschen Medienlandschaft: sobald man Irak hört, hört man nur Negatives. Wir haben eigentlich nur Positives erlebt und sind herzlich und freundlich aufgenommen worden. Das, was man jetzt aus den Medien hört, da wird man natürlich vorsichtiger. Man wird sich entsprechende Sicherheitsleute suchen müssen und bestimmte Bereiche, die wir das letzte Mal besucht haben, die wird man meiden. "

Aber hinfahren will Architekt Kling in diesem Jahr wieder, allen Gefahren zum Trotz. Zu groß sind die Hoffnungen, im Irak gute Geschäfte zu machen. Dabei gibt es bei den Unternehmen durchaus verschiedene Ansätze, um das Gefährdungspotential so weit wie möglich zu reduzieren. So arbeiten derzeit alle großen deutschen Firmen, die noch Vertretungen im Irak unterhalten, mit einheimischem Personal. Hier, so die Erfahrung, ist das Entführungsrisiko deutlich geringer. Zudem beschränken sich gerade mittelständische Betriebe bei ihren Geschäften oftmals auf bestimmte Gebiete im Irak. Auch das, so DIHK-Experte Clausnitzer, schlicht aus Sicherheitsgründen:

" Der DIHK schließt sich den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes an. Es ist sehr gefährlich, in den Irak zu reisen. Das gilt für das ganze Land. Der Norden ist zwar auch von Anschlägen betroffen, aber er ist zumindest von der allgemeinen Kriminalität verschont, die sonst im ganzen Land grassiert. Das führt dazu, dass Unternehmen auch verstärkt in diesem Bereich hineingehen. Es gibt jetzt auch Direktflüge von Kurdistan Airlines nach Erbil im kurdisch kontrollierten Norden des Landes, und ab März hat auch Austrian Airlines als erste westliche Fluglinie angekündigt, in den Nordirak zu fliegen. "

Zudem versuchen Firmen, ihre Geschäftstreffen ins Ausland zu verlegen. Zum Beispiel: die jährliche Wiederaufbaumesse im jordanischen Amman. Gerade deutsche Mittelständler nutzen dieses Treffen vielfach als Kontaktbörse. 2004 etwa schickte die deutsche Wirtschaft nur einige Beobachter auf die Messe, die damals noch in Kuweit stattfand. Im letzten Jahr waren dann schon knapp 50 deutsche Firmenvertreter in Amman dabei - der deutsche Pavillon war nach Jordanien und der Türkei der drittgrößte auf der Messe.

Aber selbst kleine Veranstaltungen wie die in Köln Anfang Februar mit rund 150 irakischen und 20 deutschen Geschäftsleuten können durchaus hilfreich sein, zumal, wenn es allein um den Warenaustausch geht, betont der Baumaschinenhändler Winter:

" Es gibt ja eine Menge Importeure hier, die sind hier präsent. Ich habe hier eine Liste - ich weiß also, mit welchen Artikeln die handeln. Und ich versuche jetzt, mit denen Kontakt aufzunehmen, und dann mache ich denen die entsprechenden Offerten - von den Artikeln, die die haben wollen. Also, man kann schon Geschäfte machen, man muss nicht immer vor Ort sein. "

Doch es gibt auch noch einen dritten, allerdings etwas langwierigen Weg, um mit irakischen Unternehmen ins Geschäft zu kommen. Der dürfte sich allerdings nur für große Firmen lohnen. Noch einmal DIHK-Experte Clausnitzer:

" Eine Lösung, die wir sehr stark propagieren, ist, dass irakische Fachkräfte in Deutschland auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Wir ermutigen deutsche Firmen, ihre irakischen Fachkräfte in Deutschland zu schulen, um auch vor Ort Projekte umsetzen zu können. Das Entführungsrisiko ist für einheimische Fachkräfte geringer als für ausländische - das ist ganz klar. "

Doch letztlich lässt sich auch mit diesem Umweg das Engagement vor Ort nicht völlig vermeiden - gerade die Umsetzung von technisch anspruchsvollen Projekten ist derzeit ohne die kurzzeitige Präsenz von eigenen Mitarbeitern kaum möglich. Das gilt insbesondere für mittelständische Betriebe und nicht zuletzt für die Anbieter von Dienstleistungen.

Und wer ein Geschäft neu aufbauen will, muss ohnehin auch vor Ort sein, sagt Architekt Kling:

" Wenn sie einen arabischen Geschäftspartner haben, dann ist persönliche Kommunikation notwendig - gerade im Anfangsstadium geht es nicht nur über Schriftverkehr. Man muss sich persönlich begegnen, und das versuchen wir jetzt aufzubauen. Sollte sich das Geschäft längerfristig entwickeln mit Privatleuten oder der Regierung in unserem Fall in Kurdistan, dann ist es auch notwendig, eine Präsenz vor Ort zu haben."

Doch dann gilt es erst einmal, die sprachlichen und kulturellen Hürden zu überwinden - gerade für mittelständische Unternehmen eine enorme Herausforderung. Noch etwas anderes macht den Firmen inzwischen schwer zu schaffen: die enorme Korruption im Land. Offiziell wird dieses Thema zwar nur verhalten angesprochen - doch inzwischen gehören Bestechung und Behördengängelung neben der unsicheren Lage zu den größten Problemen, denen sich ausländische Unternehmen stellen müssen.

Das bestätigen auch die unabhängigen Untersuchungen von Transparency International - ein Verein, der jährlich einen globalen Korruptionsindex erstellt. Demnach erreichte der Irak im Jahr 2003 bei 159 untersuchten Ländern noch Platz 115 - zwei Jahre später rutschte das Zweistromland schon auf Rang 141 ab. Angesichts der unsicheren politischen Lage aber dürfte das Problem noch weiter wachsen - mit dramatischen Folgen für den Wiederaufbau, warnt der Bundestagsabgeordnete Joachim Hörster. Er ist zugleich Vorsitzender der Parlamentariergruppe für die arabischsprachigen Staaten des Nahen Ostens:

" Es gibt unterschiedliche Informationen darüber, aber man hat, nachdem was man so hört, den Eindruck, dass die Korruption eher steigt als das sie zurückgeht. Aber längerfristig ist dies sicherlich von Nöten, weil dies auch Investitionen und Engagement von ausländischen Firmen behindert. "

Es gibt unterschiedliche Schätzungen, wie lange der Irak für den Wiederaufbau benötigen wird - mindestens zehn Jahre seien realistisch, heißt es bei Experten. Doch solche Prognosen sind mittlerweile mit Vorsicht zu genießen. Denn selbst ein Bürgerkrieg ist mittlerweile nicht mehr auszuschließen - manche sagen sogar, er habe längst begonnen.

Damit könnte der wirtschaftliche Aufholprozess erneut ins Stocken geraten, aber auch der überfällige Aufbau einer funktionierenden Verwaltung - für ausländische Investoren von zentraler Bedeutung. Doch gerade hier, so Hörster, hakt es ohnehin schon:

" Ich will nicht bestreiten, dass es eine Menge Irakis gibt, die sehr aktiv sind. Aber in dem Sinne, wie wir uns das vorstellen könnten, dass es besser in der Administration organisiert werden könnte oder bei den Zollbehörden oder bei den Einfuhrbestimmungen. Oder bei der Ausbildung von Leuten - da fehlt es noch. Da wäre ein größeres Engagement, eine größere Ausarbeitung von Projekten und Zielvorstellungen hinsichtlich der nächsten Schritte, die gegangen werden müssen, um Besserung zu erreichen, von Nöten. "

Von der Anfangseuphorie, die es sicherlich auch bei einigen deutschen Firmen gegeben hat, ist also längst nichts mehr zu spüren. Insofern geht der Blick vor allem nach vorne - DIHK-Nahostexperte Clausnitzer:

" Allen war klar, dass die Lage im Irak auf Dauer schwierig bleiben wird. Und deutsche Unternehmen sind insbesondere dann bereit, am Wiederaufbau des Zweistromlandes mitzuarbeiten, wenn es um die Wiederherstellung bestehender Anlagen geht. Denn dann kann dem Irak sehr schnell geholfen werden - auch die industrielle Infrastruktur, die Elektrizitätsversorgung zu verbessern und das ist natürlich auch wichtig für die politische Stabilisierung des Landes. "

Deutsche Unternehmen als Aufbauhelfer - sicherlich eher selten im globalen Wettbewerb um lukrative Märkte. Noch aber scheitern solche Überlegungen an der prekären Sicherheitslage im Land. Doch viele Unternehmen, deutsche wie irakische, haben vorgearbeitet: Die Kontakte sind geknüpft und sollen später, sobald sich die Lage etwas beruhigt hat, gute Dienste leisten, meint auch der irakische Verbandsvertreter für Sportartikelfirmen, Jwad Abbas:

" Wir müssen wenigstens mit den Unternehmen gute persönliche Kontakte pflegen, denn wir können noch keine Verträge im Irak unterzeichnen. Wir müssen also zunächst in Verbindung bleiben, bis sich die Rahmenbedingungen verbessert haben. Sobald aber die Regierung ihre Arbeit aufgenommen hat, können wir bestimmt auch bessere Geschäfte machen. "

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