Dienstag, 16. August 2022

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Geisel-Freikauf
"Natürlich finanziert man damit die nächste Entführung"

Wir in Europa versuchen traditionell, Todesopfer bei Geiselnahmen zu vermeiden, sagte Christoph Möllers, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität Berlin, im DLF. Das Problem in Deutschland sei, dass man über Konsequenzen von Lösegeldzahlungen nicht öffentlich diskutiere.

Christoph Möllers im Gespräch mit Wolfgang Koczian | 24.08.2014

    Vermummte, mit Raketenwerfern und Maschinengewehren bewaffnete Männer stehen vor einer Mauer.
    Die IS finanziert sich auch über Lösungsgelder. (picture alliance / dpa / Mohammed Jalil)
    Das Problem sei ein moralisches Dilemma. Aber mit dem Dilemma müsse man transparenter umgehen, sagte Möllers. Die Amerikaner würden damit offener umgehen und den Problemen eines Geisel-Freikaufs ins Gesicht blicken.
    Möllers vermutet, dass sich an der derzeitigen Praxis in Deutschland nichts ändern werde - und dass man der deutschen Öffentlichkeit eine nicht verhinderte Hinrichtung eines deutschen Journalisten nicht vermitteln könne.
    Das komplette Interview können Sie mindestens fünf Monate als Audio nachhören.