Gemeinsam Singen Wie aus lauter Ichs ein Wir wird

"Wir atmen gemeinsam, wir gestalten gemeinsam, die Töne entfalten sich, und wir entwickeln eine gemeinsame Frequenz – wir schwingen uns aufeinander ein." So beschreiben Menschen, wie durch das Singen im Chor die Erfahrung von Gemeinschaft entsteht. Was gemeinsames Singen bewirken kann.

Von Oliver Cech | 30.03.2021

Vor einem bunt beleuchteten Theatervorhang performt gestenreich ein Chor aus Männern und Frauen in unterschiedlichster Abendgarderobe. Vor ihnen, am rechten Bildrand, steht ein Mann, der dirigiert.
Singen verbindet diese Cineastinnen und Cineasten zu einer starken Gemeinschaft. (Filmhaus Chor Köln)
Das in der modernen Gesellschaft verbreitete Gefühl der Isolation und Vereinzelung wird im gemeinsamen Singen aufgelöst, seltsam mühelos. Keine neue Entdeckung, wie Musikhistoriker festgestellt haben! Gemeinsames Singen sorgt schon bei Naturvölkern für den überlebenswichtigen "sozialen Kitt"; weltweit verbinden Kollektive sich in Arbeitsgesängen, in Klagegesängen und religiösen Hymnen.
Durch das Singen entsteht aus lauter Ichs ein Wir. Mit handfesten Folgen, wie eine aktuelle Studie belegt. Fußballmannschaften, die vor dem Spiel ihre Nationalhymne gemeinsam schmettern, zeigen im Spiel deutlich mehr Teamgeist – und sie haben auch bessere Gewinnchancen!