Nepal
Genehmigungrekord am Mount Everest - Sherpas befürchten Staus auf der Gipfel-Route

Nepal hat so viele Genehmigungen wie nie zuvor für die Besteigung des Mount Everest in der Frühjahrssaison erteilt. Nach Angaben des Tourismus- und Kulturministeriums in Kathmandu wurden bereits 492 Zulassungen für Kletterer aus 55 Ländern ausgegeben, die den höchsten Berg der Welt erklimmen wollen.

    Bergsteiger und Bergführer auf dem Mount Everest. Im Hintergrund befinden sich die schneebedeckten Gipfel des Himalaya-Gebirges.
    Nepal hat so viele Zulassungen wie noch nie für die Besteigung des Mount Everest erteilt. (picture alliance / dpa / Narendra Shahi Thakuri)
    Die zuständige Tourismusabteilung sprach von einem historischen Moment.
    Ein Grund für die Rekordzahl ist laut nepalesischen Medien die Schließung der Aufstiegsroute auf der tibetischen Seite durch China. Die meisten Anmeldungen für dieses Jahr kommen demnach aus China, gefolgt von Kletterern aus den USA und Indien. Außerdem hatte Tibet im vergangenen Jahr wegen der politischen Unruhen im Land weniger Anfragen für die Gipfelbesteigung zugelassen. Diese seien nun für die aktuelle Saison genehmigt worden.

    Sherpas befürchten Staus auf der Route zum Gipfel

    Die diesjährige Klettersaison für den Everest begann mit erheblichen Verzögerungen. Die Route zum Gipfel war bis vor wenigen Tagen von einem aufgetürmten Eisblock versperrt. Normalerweise können Bergsteiger ab Mitte April bis zum Zwischenlager 2 aufsteigen, um sich dort zu akklimatisieren. Ab Anfang Mai sind dann erste Gipfelbesteigungen möglich. Sherpa-Bergführer vor Ort befürchten, dass es wegen der teilweise noch vorhandenen Hindernisse und der Rekordzahl an Kletterern zu Staus auf der Strecke kommen wird.

    Wichtige Einnahmequelle für Nepal

    Die Zulassungsgebühren und andere Ausgaben durch die Bergsteiger aus aller Welt sind für Nepal eine wichtige Einnahmequelle. Die Gebühren für die Besteigung des 8.849 Meter hohen Everest wurden im vergangenen Jahr von 11.000 auf 15.000 US-Dollar erhöht.
    Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.