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Geoneutrinos
Geister aus der Tiefe

Schnell wie das Licht und flüchtig wie ein Geist: Neutrinos sind im Teilchenzoo der Physiker die wohl seltsamsten aller Wesen. Um sie überhaupt nachweisen zu können, braucht es hausgroße, Hunderte Tonnen schwere Messapparaturen.

Von Frank Grotelüschen | 08.06.2014
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    Innenaufnahme der sphärischen Messkammer des Borexino-Experiments im italienischen Gran Sasso, während die Messzellen eingebaut wurden. (LNGS-INFN)
    Zwar sind viele ihrer Eigenschaften noch unbekannt, nach wie vor ranken sich grundlegende Rätsel um die Neutrinos. Dennoch haben die Forscher begonnen, sie dienstbar zu machen – als Botschafter aus Welten, aus denen ansonsten keinerlei Information zu uns dringt: Seit kurzem sind Spezialdetektoren in der Lage, Neutrinos aus dem Inneren der Erde zu empfangen.
    Diese "Geoneutrinos" entstehen beim Zerfall radioaktiver Stoffe im Erdmantel und verraten, wie viel Hitze in unserem Planeten entsteht – eine wichtige Grundlage für das Verständnis von Kontinentalverschiebung und Vulkanismus. Dabei ist die Erde nur einer von vielen Himmelskörpern, denen die geisterhaften Elementarteilchen ihre Geheimnisse entlocken könnten: Am Südpol lauert das Riesenexperiment "IceCube" auf Neutrinos aus dem All. Sie entstehen bei kosmischen Gewaltakten und sollen verraten, wie Supernovae explodieren und Schwarze Löcher Sterne verschlingen.

    Manuskript zur Sendung:

    Geister aus der Tiefe