
Berühmt wurde Baselitz in den 1970er-Jahren mit seinen auf dem Kopf stehenden Bildern. Zwischen 1998 und 2005 erstellte Baselitz etwa mehr als 60 sogenannte "Russenbilder". Darin verfremdete er die ihm aus der Jugendzeit in der DDR bekannten Propagandabilder des Sozialistischen Realismus.
Baselitz provozierte und galt teilweise als obszön
Sein Werk gilt als provokativ und teilweise als obszön. Seine erste Einzelausstellung 1963 geriet zum Skandal, die Staatsanwaltschaft ließ mehrere Bilder konfiszieren. Die Bilder zeigten einen überdimensionalen Penis und einen Jungen beim Masturbieren.
Bekannt wurde er für neoexpressionistische Gemälde, eine unverwechselbare, grobe Pinselführung sowie kräftige Farben. Den abstrakten Expressionismus der US-amerikanischen Maler und später die Pop-Art zählte er zu seinen wichtigsten Inspirationen.
Arbeiten von ihm hängen weltweit in Museen und Sammlungen. Als einer der wenigen Deutschen durfte er eine Einzelausstellung im MoMA in New York gestalten.
Würdigung durch die Politik
Bundespräsident Steinmeier erklärte, Baselitz habe nicht nur sene Bilder, sondern auch "unsere Denkroutinen" auf den Kopf gestellt. "Er, der die Zerstörung und das Leid des Zweiten Weltkrieges als Kind erlebte, sah sich durch den Zusammenbruch aller Ordnungen dazu gezwungen, alles um sich herum in Frage zu stellen", fügte er hinzu.
Kulturstaatsminister Weimer nannte Baselitz "einen der weltweit bedeutendsten bildenden Künstler unserer Zeit". Seine Werke seien geprägt durch eine radikale Befragung der eigenen Identität als Künstler und einer ebenso radikalen Befragung der deutschen Geschichte.
Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Göring-Eckardt, würdigte Baselitz als großen Künstler der deutschen Kulturlandschaft. Er habe geprägt, angeeckt, sich mit seiner deutsch-deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt und sie auf die Leinwand gebracht.
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Diese Nachricht wurde am 30.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



