Montag, 22. April 2024

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Georgien
Der Sound von Tiflis

2018 wird Georgien auf der Frankfurter Buchmesse als Ehrengast gefeiert. Die Hauptstadt ist zerrissen zwischen Umbruch und Aufbruch, zwischen Ost und West. Das zeigt sich in der Kunst, im Alltag und im Stadtbild. Eine akustische Spurensuche nach dem Tifliser Zeitgeist.

Von Andi Hörmann | 02.04.2018
    Der georgische Hip-Hop-Künstler Max Machaidze.
    Hip-Hop-Künstler Max Machaidze erschafft seine eigene Spiritualität (Deutschlandradio/Andi Hörmann)
    Tiflis hat einen ganz besonderen Sound: In den Straßen der georgischen Hauptstadt hupen und heulen die Autos und Polizei-Sirenen wie in einem unwirklichen Computerspiel. Die vergitterten Fenster und Türen der Häuser quietschen und knarzen noch wie in den kriminellen Jahren nach der Wende. In der Kunst trifft experimentelle, elektronische Musik auf den traditionellen, polyphonen Gesang. Und der exotische Klang der Sprache zeugt vom reichen kulturellen Erbe des Landes.
    Zwischen Russland-Nostalgie und EU-Demokratie
    Tiflis ist eine Millionenmetropole im Umbruch: Den Kommunismus und die Kriege im Rücken, schwankt die Stadt zwischen Russland-Nostalgie und EU-Demokratie. Die Zerrissenheit zeigt sich in der Kunst, im Alltag und nicht zuletzt im Stadtbild: Moderne Wohnblöcke stechen hervor, während die wunderschönen historischen Altbauten verfallen.
    Das "Corso Spezial" begibt sich vor der Frankfurter Buchmesse, auf der sich Georgien im Herbst als Ehrengast präsentieren wird, auf eine akustische Spurensuche nach dem Tifliser Zeitgeist in Musik, Klubs, Literatur.