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StartseiteHintergrundGeostrategie und Freiheitsdrang24.11.2008

Geostrategie und Freiheitsdrang

Grönland vor der Abstimmung über mehr Selbstverwaltung

Mit 2,2 Millionen Quadratmetern Fläche ist Grönland sechs Mal so groß wie Deutschland. Bewohnt wird es von weniger als 60.000 Menschen. Enorme Öl- und Gasvorkommen machen es zu einer bedeutenden Region. Nun stimmen die Grönländer über ein größeres Maß an Selbstverwaltung gegenüber Dänemark ab. Die grönländische Regierung hat die Möglichkeit, staatliche Aufgaben wie das Justiz-, Polizei- und Luftfahrtswesen zu übernehmen.

Von Marc-Christoph Wagner

Der Hubschrauber ist in Grönland oft das einzige Verkehrsmittel.  (AP)
Der Hubschrauber ist in Grönland oft das einzige Verkehrsmittel. (AP)
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Qaarsut an der Westküste Grönlands, circa 600 Kilometer nördlich des Polarkreises. Eine Start- und Landebahn auf einem Felsvorsprung, unten am Meer einige Holzhäuser. Der Ort Qaarsut ist ebenso karg wie die Landschaft um ihn herum. Routiniert kontrolliert Pilot Martin Nørgaard die Instrumente des Hubschraubers:

"Aufgrund des Wetters gibt es keine zwei Tage, die einander gleichen. Das Leben in der Arktis ist hart. Es gibt keine Bäume, nur Felsen, weite Ebenen, offenes Wasser. Hier bestimmt die Natur den Gang der Dinge. Da draußen kann man nirgendwo Schutz suchen. Die Elemente haben freies Spiel."

Martin Nørgaard hat die Starterlaubnis erhalten. Der rot-weiße Windsack am Rande der Startbahn liegt waagerecht in der Luft. Der Flug hinüber auf die andere Seite der Bucht, in den 1300-Seelen-Ort Uummannaq, wird nur etwa zehn Minuten dauern. Hier wie anderswo in Grönland ist der Hubschrauber das einzige Verkehrsmittel, das die kleinen Ortschaften entlang der Küste mit dem Rest des Landes verbindet.

"Das ist einer der Gründe, warum ich hier arbeite. Die Natur hier ist einzigartig. Ich könnte mehr Geld verdienen, würde ich in der Nordsee zu den Ölplattformen fliegen. Aber diese Eindrücke hier, die kann mir niemand bezahlen, da verzichte ich gerne auf etwas Gehalt."

"Im Moment fliegen wir über das Meer, das hier 600 Meter tief ist. Rechts und links sind steile Felsen, nahezu 1000 Meter hoch, die senkrecht ins Wasser abfallen und an den Seiten wie mit Puderzucker bestreut sind. Oben drauf liegt eine dicke Schneeschicht. Man sieht, wie der Wind den Schnee über die Kanten fegt, wie weiße Fahnen, die da in der Luft stehen. Und dann ist da die tief stehende Sonne zu dieser Jahreszeit, die dem Himmel diese rosaroten Farben verleiht."

Grönland, das sind endlose Weiten. Mit 2,2 Millionen Quadratmetern Fläche ist das Land sechs Mal so groß wie Deutschland. Bewohnt wird es von weniger als 60.000 Menschen. 80 Prozent des Landes sind von Eis bedeckt, an manchen Stellen ist es mehr als drei Kilometer dick. Kein anderes Land der Welt liegt so dicht am Nordpol.

Trotz Kargheit aber ist das Interesse an Grönland, ja, an der gesamten Arktis in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Sven Aage Christensen, Seniorforscher am Dänischen Institut für Internationale Studien:

"Was Grönland, die Arktis, den Arktischen Ozean in erster Linie, in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt hat, sind die enormen Reserven, die hier im Untergrund und auf dem Kontinentalsockel vermutet werden - vor allem Öl- und Gas. Deshalb dieses Interesse, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise."

Unvergessen die Bilder aus dem vergangenen Jahr, als Russland seine Flagge auf dem Meeresboden am Nordpol setzte, seine Ansprüche an der Region somit medienwirksam manifestierte. Nach internationalen Protesten sah sich Außenminister Sergei Lavrov im Nachhinein gezwungen, das Vorgehen seines Landes zu relativieren:

"Das war eine Leistung - wissenschaftlich, technisch, menschlich. Wie die amerikanische Fahne auf dem Mond, wie wenn deutsche Alpinisten ihre Fahne auf dem Mount Everest hinterlassen. Es war genau das Gleiche. Ich habe tausende Male wiederholt, egal welches Land welche Ansprüche in der Region stellt, am Ende führt der Weg über die Vereinten Nationen. Und ich rate jedem Land, sich an dieses Prozedere zu halten."

Doch die Anrainerstaaten in der Arktis waren alarmiert und die Reaktion erfolgte prompt. Im Mai dieses Jahres lud Dänemarks Außenminister Per Stig Møller seine Kollegen aus den USA, Kanada, Russland und Norwegen ins grönländische Ilulissat, um mit ihnen einen gemeinsamen Verhaltenscodex für die Arktis festzulegen:

"Ich möchte sicherstellen, dass alle die geltende Seerechtskonvention der UNO respektieren und eventuelle Streitigkeiten innerhalb des bestehenden internationalen Regelwerkes gelöst werden. Im 21. Jahrhundert kann es nicht zugehen wie im Wilden Westen. Es geht nicht darum, wer als Erster ein Gebiet für sich beansprucht. Diese Fragen werden von den entsprechenden Gremien der UNO gelöst und darum müssen wir einen Wettlauf um den Pol verhindern."

Ein Wettlauf um den Pol? Zustände wie im Wilden Westen? Tatsächlich gebe es dafür gute Gründe und Ilulissat ist der ideale Ort, um dieses zu illustrieren. Denn just hier, in der Diskobucht vor dem 4000-Seelen-Ort, werden enorme Ölvorkommen vermutet. Jörn Skov Nielsen, der Leiter der nationalen Rohstoffbehörde in der grönländischen Hauptstadt Nuuk:

"In der Diskobucht zwischen dem 67. und 71. Breitengrad haben wir eine Menge Bohrlizenzen vergeben. Weltweit führende Ölkonzerne wie Exxon, Chevron und Husky haben diese ersteigert. Alle geologischen Daten deuten hier auf sehr große Vorkommen hin. Und eben deshalb lassen sich die Konzerne auf dieses Abenteuer ein."

Die Diskobucht an der Westküste Grönlands aber ist nur eines von vielen scheinbar lukrativen Gebieten in der Region.

Im Nordosten Grönlands rechnen Geologen mit Öl- und Gasvorkommen in einer Größenordnung von mehr als 30 Milliarden Tonnen. Das entspricht der weltweiten Ölförderung eines Jahres oder dem Gesamtvolumen der norwegischen Vorkommen. In der gesamten Arktis werden ein Viertel aller bislang unentdeckten Ressourcen der Welt vermutet.

Und was früher unter meterdickem Eis lag, wird nun zugänglich - dem Klimawandel sei Dank. Flemming Getreuer Christiansen, Vize-Chef des dänischen Nationalen Geologischen Instituts in Kopenhagen und zuständig für die Ölerforschung in Grönland:

"Normalerweise sehen wir den Klimawandel unter negativen Vorzeichen: Anstieg der Temperaturen, des Meeresspiegels und was weiß ich nicht alles. Aus der Sicht Grönlands aber haben die steigenden Temperaturen viele Vorteile. Weniger Eis bedeutet, die Ressourcen werden greifbar, sowohl die vielen Mineralien an Land wie auch das Öl und Gas vor den Küsten."

Getreuer Christiansen verweist auf die aktuelle Entwicklung.

Im vergangenen Sommer war das Eis in der Nordwestpassage erstmals geschmolzen. Schon in wenigen Jahrzehnten rechnen Geologen mit eisfreien Sommern in der gesamten Arktis. Dann wäre die Region, die vielen heute entlegen und fernab im Norden zu liegen scheint, in greifbarer Nähe zu den Industriezentren der Welt.

"Schnappen Sie sich einen Globus und betrachten Sie die Abstände. Die Distanz zwischen Nordostgrönland und zum Beispiel Japan und China ist sehr kurz, sehr viel kürzer als etwa vom Iran, Irak oder Saudi-Arabien, vorausgesetzt man kann den arktischen Ozean befahren. Auch zu den europäischen Ölzentren wie Aberdeen oder Stavanger ist es nicht weit, ebenso wenig wie nach Kanada oder in die USA."

Darüber hinaus, so Christiansen, sei die gesamte Arktis gekennzeichnet durch politische Stabilität - im Unterschied zu anderen ölreichen Regionen wie dem Nahen und Mittleren Osten, Russland, dem Kaukasus, Afrika und Südamerika. Investoren könnten langfristig planen und müssten sich nicht sorgen, ihre Anlagen würden plötzlich verstaatlicht oder fielen kriminellen Machenschaften zum Opfer.

Mit der politischen Stabilität aber sei es so eine Sache, meint hingegen Ole Wæver, Professor am Zentrum für europäische Politik der Kopenhagener Universität. Gewiss, im Moment sei diese gegeben. Mit der steigenden geostrategischen Bedeutung der Region sowie dem zunehmenden Kampf um stets knapper werdende Ressourcen aber könnte sich dies in Zukunft ändern:

"Wenn Sie einen Globus von oben betrachten, dann sehen Sie, dass Russland und die USA auf jeweils ihrer Seite liegen mit dem riesigen Gebiet der Arktis dazwischen. Das ist dünn besiedelt, aber gefüllt mit Reichtümern, die die Region aus eigener Kraft nicht behaupten kann. So etwas weckt Begehrlichkeiten. Und man darf nicht vergessen: Russland und die USA sind noch immer die stärksten Mächte der Welt mit den meisten Atomwaffen, die primär noch immer aufeinander gerichtet sind."

Hinzu komme, so Wæver, dass die Interessen der Weltmacht USA und die des wieder erstarkten Russland mit seinen globalen Ambitionen in der Arktis schon heute kollidierten - ganz wie in Zeiten des Kalten Krieges. Beispiel die Thule-Militärbasis im Nordwesten Grönlands, die Washington mit Genehmigung Dänemarks seit den 1950er Jahren betreibt.

"Die US-Basis in Thule ist nach wie vor von enormer strategischer Bedeutung. Zum einen mit Blick auf den amerikanischen Raketenschutzschirm, denn hier soll eine der zentralen Radaranlagen installiert werden. Darüber hinaus ist Thule ein zentraler Standort für die gesamte Kommunikation der Amerikaner mit all ihren Satelliten. Selbst Satelliten, mit deren Hilfe der Nahe Osten überwacht wird, werden von hier aus kontrolliert. Thule ist ein zentraler Teil der amerikanischen Militärstruktur. Für die USA ist es ein Muss, diesen Standort zu bewahren."

Vor diesem Hintergrund einer weltweit steigenden Bedeutung der Region stimmen die Grönländer nun ab über ein größeres Maß an Selbstverwaltung. Seit Jahrhunderten gehört die größte Insel der Welt zu Dänemark. Seit 1979 verfügt das Land über einen autonomen Status innerhalb der dänischen Reichsgemeinschaft, zu der neben Dänemark und Grönland auch noch die Färöer-Inseln gehören.

Vier Jahre lang tagte eine grönländisch-dänische Kommission bestehend aus je acht Parlamentariern, die sich im Sommer dieses Jahres auf den Selbstverwaltungstext verständigte. Erstmals erkennt Dänemark nun die Grönländer als ein eigenständiges Volk an. Die grönländische Regierung hat die Möglichkeit, staatliche Aufgaben wie das Justiz-, Polizei- und Luftfahrtswesen zu übernehmen.

Außerdem wird Grönland das Recht an den Ressourcen im eigenen Land und vor den Küsten zugesprochen, wenn auch die Einnahmen aus der Rohstoffförderung weiterhin zwischen Grönland und Dänemark geteilt werden. Allein zentrale Aufgaben wie die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden auch künftig in Kopenhagen entschieden.

"Ich hoffe darauf, dass die Reichsgemeinschaft bestehen bleibt, denn ich meine, Grönland, Dänemark und die Färöer haben gemeinsame Interessen. Natürlich mag es sein, dass wir dann und wann den ein oder anderen Aspekt reformieren und neu gestalten müssen. Aber die Beziehungen gehen so weit in die Geschichte zurück, dass sie auch künftig bestehen bleiben sollten. Dänemark ist ja keine Kolonialmacht und worum es den Grönländern geht, ist ein größeres Maß an Selbstverwaltung. Sollten die Grönländer jedoch eines Tages beschließen, sie wollen unabhängig sein, na, dann stellen wir uns dem nicht in den Weg. Es ist ihre Entscheidung. Ich aber bin überzeugt, wir haben ein gemeinsames Interesse, die Gemeinschaft zu bewahren."

Eine verständliche Hoffnung, die Dänemarks Außenminister Per Stig Møller hier formuliert - gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Dänemark nur durch die Verbindung mit Grönland über einen direkten Zugang zur arktischen Region und ihren enormen Ressourcen verfügt.

In Grönland hingegen betrachten viele die völlige Unabhängigkeit nur noch als eine Frage der Zeit. Vor allem die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Hans Enoksen setzt sich unverblümt für eine Abspaltung von Dänemark ein. Ebenso Lars-Emil Johansen, einer von zwei grönländischen Abgeordneten im dänischen Parlament und Mitglied der dänisch-grönländischen Selbstverwaltungskommission.

Die Unabhängigkeit Grönlands ist keine wage Zukunftsvision, keine Frage von Jahrzehnten, sagt Lars-Emil Johansen. Sie werde bereits in wenigen Jahren Realität sein.

"Ich plädiere für eine freie Assoziation zwischen Grönland und Dänemark. Dieses Modell wird auch seitens der Vereinten Nationen anerkannt. Dann kappt man nicht alle Bande zwischen unseren beiden Ländern, aber es gibt zwei Staaten mit je einem eigenen Grundgesetz, die als gleichberechtigte Partner in gewissen Bereichen kooperieren, etwa in der Außenpolitik."

Vor diesem Hintergrund gilt die Volksabstimmung über die Selbstverwaltung auch als Stimmungstest für die Unabhängigkeit Grönlands. Fällt der Anteil der Ja-Stimmen deutlich höher aus als 50 Prozent, werden Regierungschef Hans Enoksen und sein Kabinett diesen Weg weiter forcieren.

Unterstützung finden sie dabei vor allem bei der jungen Generation, die immer deutlicher fordert, man solle sich aus der Umklammerung Dänemarks lösen, selbst wenn dies zunächst mit finanziellen Einbußen verbunden wäre.

Die politische Unabhängigkeit aber setzt die wirtschaftliche voraus, und davon ist Grönland bislang weit entfernt. 430 Millionen Euro überweist Dänemark pro Jahr an die Regierung in Nuuk, was einem Zuschuss von 7500 Euro pro Einwohner oder der Hälfte des grönländischen Haushaltes entspricht.

Und gerade an diesem Punkt erhöht die Dänische Volkspartei, auf deren parlamentarische Unterstützung die rechtsliberal-konservative Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen angewiesen ist, nun den Druck. Es könne nicht sein, dass Dänemark Jahr für Jahr Millionenbeträge nach Grönland überweise, die Regierung dort aber gleichzeitig die Unabhängigkeit betreibe. Entweder, oder, so formuliert es Søren Espersen, der die Volkspartei in der Selbstverwaltungskommission vertrat - und warnt:

"Im Augenblick ist das Öl eine Taube auf dem Dach. Und selbst wenn es in so großen Mengen vorhanden ist, wie man vermutet, dann ist doch noch gar nicht gesagt, dass man es in 20, 25 Jahren noch braucht. Wir alle reden über den Klimawandel, über neue und effizientere Technologien und wer weiß, ob das Öl zu dieser Zeit überhaupt noch etwas wert ist. Man sollte nicht Politik betreiben, indem man der Taube auf dem Dach nachjagt."

Diese Haltung teilen inzwischen auch Vertreter der grönländischen Elite, die die Unabhängigkeit befürworten, aber zur Geduld mahnen. Etwa Hans Christian Olsen, Direktor der staatlichen Ölgesellschaft NunaOil, die zur Hälfte Grönland und Dänemark gehört.

"In gewisser Weise merken wir den Druck von Seiten der grönländischen Politiker. Aber wir Fachleute sind da sehr viel realistischer. Viele Politiker meinen, man müsse nur ein einziges Loch bohren und die Quellen sprudelten. Dieses Projekt aber wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Ölkonzerne, die gerade Bohrlizenzen erworben haben, operieren mit einem Zeithorizont von zehn bis fünfzehn Jahren. Erst dann ist eine Ölindustrie in Grönland realistisch."

Auf Dauer aber werde Grönland den Absprung von Dänemark schaffen, davon zeigt sich Jørgen Wæver Johansen überzeugt. Der ehemalige Wirtschaftsminister Grönlands leitet heute das Unternehmen Greenland Venture, das die Ansiedlung von Firmen im Lande unterstützt und sich für den Aufbau einer eigenen grönländischen Wirtschaftsstruktur engagiert.

"Der Seeweg zwischen Europa und Asien wird künftig über die Nord-West-Passage führen. Und wie alle anderen Staaten, die strategisch wichtige Passagen habe -, der Suezkanal, der Panamakanal - wird Grönland profitieren. Die Nord-West-Passage wird der neue Panamakanal."

Im globalen Wettbewerb habe Grönland einen weiteren Trumpf in der Hand, ist sich Johansen sicher. Energie! Nicht vor den Küsten in Form von Öl und Gas, sondern mitten im Eis.

Denn schon heute produziere Grönland mit seinen von Schmelzwasser betriebenen Wasserkraftwerken sehr viel mehr Energie, als es selbst verwende. In Zukunft könne diese mit Hilfe eines Unterseekabels auf die nordamerikanischen oder europäischen Märkte exportiert werden.

"Das ist nichts, was auf kurze Sicht verwirklicht wird. Wahrscheinlich auch nichts, was mittelfristig geschieht. Aber der Verkauf von sauberer und günstiger Energie ist Grönlands Zukunft, ganz abgesehen davon, wie viel Öl und Rohstoffe man sonst noch findet."

In der Arktis also tut sich etwas - auch, aber nicht nur aufgrund des Klimawandels. Mit dem Referendum über die Selbstverwaltung werden die Grönländer vermutlich die Weichen stellen, auch wenn der Weg in die Unabhängigkeit ihres Landes von Dänemark noch sehr viel länger dauern wird, als mancher Politiker sich das wünscht.

Unterschätzen aber sollte man die knapp 60.000 Grönländer keinesfalls. Nicht nur betreiben sie eine zum Teil hochmoderne Gesellschaft in widriger Natur. Schon einmal haben sie einer größeren Einheit getrotzt. Als bisher einziges Land trat Grönland aus der Europäischen Gemeinschaft aus, nicht zuletzt um seine fischreichen Gewässer vor der Ausbeutung durch die europäischen Flotten zu schützen. Auch in Kopenhagen dürfte man sich daran gut erinnern.

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