Entscheidung von Staatsminister Weimer
Geplanter Erweiterungsbau für Deutsche Nationalbibliothek soll nicht umgesetzt werden

Der seit Jahren geplante Erweiterungsbau an der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig soll nun doch nicht umgesetzt werden. Wie die Nationalbibliothek mitteilte, hat das der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Weimer, entschieden.

    Der neue Schriftzug "Deutsche Nationalbibliothek" leuchtet in Leipzig an einem 55 Meter hohen Gebäude der früheren Deutschen Bücherei mit einer Straßenlaterne im Vordergrund.
    Deutsche Nationalbibliothek (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)
    Weimer argumentierte demnach, eine Sammlung "körperlicher Medienwerke" bis weit in die Zukunft hinein sei nicht mehr zeitgemäß. Die Deutsche Nationalbibliothek solle sich stärker auf die digitale Sammlung konzentrieren.
    In den Neubau hätten auch Bestände aus dem klimatisch schlecht geeigneten Altbau verlagert werden sollen, um sie langfristig zu sichern. Wegen des absehbaren Lagerplatzmangels in der Deutschen Nationalbibliothek wurde bereits ab 2018 der neue Magazinbau für die Archivierung geplant. Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt Anfang 2025 ein Dresdner Architekturbüro den Zuschlag. Rund sieben Millionen Euro seien bislang in die Planung des Projekts investiert worden, hieß es.

    Deutsche Nationalbibliothek kritisiert Weimers Einschätzung als zu kurz gegriffen

    Die Deutsche Nationalbibliothek kritisierte Weimers Einschätzung als zu kurz gegriffen. Sie sei gesetzlich für die Aufbewahrung verpflichtet. Es gebe aktuell einen "rechtlichen Diskurs" mit dem Fachreferat des Bundesbeauftragten, heißt es in einer Presseerklärung.
    Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Täglich gehen mehr als 13.00 neue Medienwerke in der Deutschen Nationalbibliothek ein, darunter etwa 3.300 analoge Publikationen.
    Diese Nachricht wurde am 12.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.