Thüringen
Gera erinnert an Zerstörung von 1945 - "Reichsbürger" versammeln sich mit NS-Symbolen

Gera hat mit einer Schweigeminute an die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe der Alliierten vor 79 Jahren erinnert. Oberbürgermeister Vonarb sagte mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg, es sei wichtig, über die dunkelste Zeit der Geschichte aufzuklären. Auf einer "Reichsbürger"-Kundgebung in Gera wurden rechtsextreme Symbole gezeigt.

07.04.2024
    Schwarz-weiß-Aufnahme einer Formation von B-24-Fliegern des US-Herstellers Consolidated Aircraft über der thüringischen Stadt Gera. Geschätztes Datum: 23. Februar 1945
    Schwarz-weiß-Aufnahme einer Formation von B-24-Fliegern des US-Herstellers Consolidated Aircraft über der thüringischen Stadt Gera. Geschätztes Datum: 23. Februar 1945 (IMAGO / piemags)
    Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur schätzte die Zahl der Teilnehmer auf der "Reichsbürger-"Kundgebung auf etwa 3.000. Sie führten schwarz-weiß-rote Flaggen des deutschen Kaiserreichs mit sich und waren teils in T-Shirts mit Zahlencodes der rechtsextremen Szene gekleidet. Die Stadt hatte das Treffen unter Auflagen erlaubt.
    Oberbürgermeister Vonarb hatte auf der offiziellen Gedenkveranstaltung auf dem Ostfriedhof erklärt, die Ereignisse von 1945 prägten die Stadt bis heute. Man dürfe nie aufhören, sich für Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen. Mit Blick auf die aktuellen Kriege weltweit trage man eine besondere Verantwortung, gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich die Tragik der Vergangenheit nicht wiederhole, mahnte der parteilose Politiker.
    Im Zweiten Weltkrieg, der im September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen begann, wurde die thüringische Stadt Gera zehnmal zum Ziel von Luftangriffen. Mehr als 500 Zivilisten kamen ums Leben. Das schwerste Bombardement gab es am 6. April 1945.
    Diese Nachricht wurde am 07.04.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.