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StartseiteHintergrundGeschäfte mit der Sucht27.01.2004

Geschäfte mit der Sucht

Deutschland und seine Tabakindustrie

<em> Das Schwierige ist, dass man süchtig ist. Es gibt einen Lehrstuhl für Sucht, der sagt: Nikotin-Entzug ist schwieriger als Heroin-Entzug. Und ich selber habe, sehr früh mit dem Rauchen begonnen, mit 15. Und je früher jemand anfängt, desto schwerer kommt man davon los. </em>

Autor: Reiner Scholz

Warnhinweise auf Zigarettenpackungen sollen Raucher abschrecken. (AP)
Warnhinweise auf Zigarettenpackungen sollen Raucher abschrecken. (AP)
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Jürgen Steinhoff ist seit langem Redakteur bei der Zeitschrift "Stern". Vor drei Jahren wollte er endlich mit dem Rauchen aufhören. Steinhoff ließ die Leser seines Magazins über ein Internet-Forum an dem Experiment teilhaben:

Die Resonanz war gigantisch. Das war damals ein Internet-Rekord in Deutschland. Es haben nach Feststellung des deutschen Krebsforschungszentrums Zehntausende mit mir aufgehört."

In Deutschland greift fast jeder dritte Erwachsene mehr oder weniger regelmäßig zum weißen Glimmstängel. Das ist nicht nur teuer. Das schadet auch der Gesundheit. Wissenschaftler wie der Münsteraner Medizinprofessor Ulrich Keil nennen Zahlen: Allein in Deutschland sterben durch das Rauchen mehr als 110.000 Menschen pro Jahr frühzeitig. Das sind 300 Tote am Tag. Raucher, davon ist Ulrich Keil überzeugt, verlieren im Durchschnitt mindestens acht Jahre ihres Lebens. Um so mehr alarmieren jüngste Daten Verantwortliche wie Marion Caspers-Merk, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung:

Auf der einen Seite steigt der Anteil der Nichtraucher, auf der anderen Seite haben wir zunehmende Zahlen von jugendlichen Raucherinnen und Rauchern. Für mich ist die letzte Entwicklung besonders dramatisch, weil gerade junge Mädchen den Einstieg vermehrt suchen in Zigarettenkonsum wie junge Männer. Man kann deswegen auch sagen: Lungenkrebs war bis vor wenigen Jahren eine rein männliche Krankheit. Mittlerweile ändert sich das. Wir wissen jetzt auch, dass der weibliche Körper empfindlicher auf die Schadstoffe in der Zigarette reagiert wie der männliche und dass deshalb das Rauchen bei Frauen mit größerer Sicherheit zu Problemen führt wie bei Männern.

Bei den 16- bis 19-jährigen Mädchen stieg der Anteil der Raucherinnen von 36 Prozent im Jahr 1993 auf 45 Prozent 2001. Auch unter dem Eindruck dieser Entwicklung, die nicht nur für Deutschland gilt, hat die Europäische Union kürzlich ein absolutes Tabak-Werbeverbot beschlossen. Doch die deutsche Zigarettenindustrie wehrt sich nach Kräften - und mit ihr die deutsche Politik. Es geht um Gesundheit, Macht und viel Geld.

Weltweit bekommen die Tabakkonzerne derzeit Wind von vorn. In den USA haben langjährige Raucher die großen Zigarettenfirmen verklagt und gigantische Schadensersatzsummen herausgeholt. Diese Urteile wurden zwar nicht rechtskräftig, gleichwohl hat sich die amerikanische Tabakindustrie außergerichtlich zur Zahlung von 246 Millionen Dollar bereit gefunden.

Auch vor einem deutschen Gericht musste sich kürzlich - erstmalig - eine deutsche Zigarettenfirma verteidigen. Der schwerkranke Wolfgang Heine, der seit 23 Jahren die Marke "Ernte 23" inhaliert, forderte von der Firma Reemtsma 125.000 Euro Schmerzensgeld und 88.000 Euro Verdienstausfall. Die Richter sprachen im November 2003 den Zigarettenkonzern frei. Heine, so die Richter, habe gewusst, auf was er sich als Raucher einlässt. Dirk Pangritz von "British American Tobacco", dem zweitgrößten Tabakkonzern weltweit mit dem deutschen BAT-Firmensitz an der Hamburger Außenalster, hat nichts anderes erwartet:

Die Basis unser Zigaretten sind zunächst nur einmal der Tabak. Und Tabak ist ein Naturprodukt, den wir so nehmen, wie er auf dem Feld wächst. Wir nehmen unterschiedliche Tabake aus unterschiedlichen Ländern. Sie werden versetzt mit Aromen und Stoffen, die aber in Deutschland ganz klar der gesetzlichen Regelung unterworfen sind. Außerdem haben wir alle unsere Zusatzstoffe auf einer Internet-Seite veröffentlicht, so dass jeder Interessierte sich auch diese Stoffe jederzeit ansehen kann.

Doch die Gegner des Rauchens wollen nicht locker lassen. Das Gericht habe zuwenig berücksichtigt, dass den Zigaretten süchtig machende Stoffe beigemischt seien. Dies würden neue Dokumente aus den USA belegen, sagt Michael Adams, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg:

Dieses Urteil ist ein krasses Fehlurteil und wurde geschrieben, um den Prozess möglichst schnell in eine höhere Instanz abzugeben. Und ich bin sicher, dass, wenn die Tatsachen alle herauskommen, die jetzt aus den Dokumenten des damaligen Vergleichs in den USA aufgearbeitet worden sind, dass dann die Obergerichte zu einer Haftung kommen - und es ist für mich unzweifelhaft, dass der Prozess von der Zigarettenindustrie verloren wird.

Das Rauchen hat sich zum Gesundheitsrisiko Nummer eins entwickelt. Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt zur Zeit bei dreizehneinhalb Jahren. Dabei war doch die Tabakindustrie bereits 1966 eine Selbstverpflichtung eingegangen, wonach Jugendliche vor Zigarettenwerbung zu schützen seien. Plakatwände vor Schulen sind - offiziell jedenfalls - genauso tabu wie Werbung in den Nachmittagsvorstellungen in den Kinos. Tabakwerbung in Rundfunk und Fernsehen ist verboten. Doch gefruchtet hat all dies kaum, das muss offiziell auch die Zigarettenindustrie zugeben:

Wir sagen ganz klar: Jugendliche, Kinder sind für uns keine Zielgruppe. Wir wollen nicht, dass Kinder rauchen. Deshalb haben wir auch unsere freiwilligen Selbstbeschränkungen so angelegt, schon sehr frühzeitig, dass Kinder und Jugendliche möglichst geschützt werden vor der Werbung und davor geschützt werden, mit dem Rauchen anzufangen. Wir sind auch der Meinung, dass ein 13jähriger, der raucht, uns mehr schadet, als die paar Zigaretten, die wir mehr verkaufen.

Entgegen aller schönen Beteuerungen sind gerade in Deutschland Zigaretten allgegenwärtig. Ihr Erwerb ist auch für junge Menschen kein Problem. Von den 1,1 Millionen Zigarettenautomaten in Europa sind allein in Deutschland 800 000 aufgestellt. Obwohl die Industrie sich verpflichtete, Zigarettenwerbung nicht im Bereich des Sports zu zeigen, wurden seinerzeit davon die beliebten Formel-I-Rennen ausdrücklich ausgenommen. Die Industrie argumentiert, Werbung verführe nicht zum Rauchen. Ökonom Michael Adams sieht das anders:

Das ist natürlich nicht richtig. In den Wirtschaftswissenschaften ist man sich einig, dass das Ganze dazu zielt, Rauchen trotz der ungeheuren Todes- und Krankenzahlen sozial akzeptabel zu haben, eine Illusion bei Kindern und Jugendlichen zu schaffen, dass Rauchen gar nicht so gefährlich sei. Dadurch werden die Sicherheitswahrnehmungen wirksam verzerrt und neue Raucher gewonnen.

Wirtschaftlich geht es der deutschen Zigarettenindustrie gut bis ausgezeichnet. 2003 wurden fast 170 Milliarden Zigaretten verkauft. In einer Studie der BAT heißt es:

Der deutsche Markt gehört - gemessen am Volumen - zu den ergiebigsten der Welt.

Wohl wahr: In kaum einem anderen Land erfährt die Zigarettenindustrie soviel Unterstützung wie in Deutschland.

Wenn die Geschäfte mit dem blauen Dunst gut laufen, freut dies den Finanzminister. In Deutschland streicht der Fiskus jährlich 13,8 Milliarden Mark ein, nach der Mineralölsteuer ist dies die zweit-ertragreichste Verbrauchssteuer. Auch Zeitungen und Kino profitieren kräftig vom braunen Kraut. Die Zigarettenwirtschaft beschert den darbenden Medien jährlich 285 Millionen Euro an Werbegeldern.

Doch der Preis für das Rauchen ist hoch. In den Hocheinkommensländern, so rechnet das Deutsche Krebsforschungszentrum vor, gibt die Gesellschaft zwischen sechs und 16 Prozent aller Gesundheitskosten für Krankheiten aus, die ursächlich mit dem Rauchen zusammen hängen. Dabei sind Folgekosten des Rauchens doppelt so hoch wie die Einnahmen aus der Tabaksteuer. Michael Adams:

Die Kosten des Rauchens sind vielfältig. Die Menschen, die krank werden, fehlen häufig am Arbeitsplatz. Und natürlich die Todeszahlen, die dort produziert werden. Und nun muss man bedenken, dass in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Getöteten nicht aufscheinen. Und deshalb wird das in einer richtigen Rechnung korrigiert und das führt dazu, dass man vorsichtig geschätzt in der Bundesrepublik Deutschland mit 80 Milliarden Kosten des Rauchens pro Jahr rechnen muss. Und wenn man das dann pro Packung Zigaretten rechnet, kommen Sie auf einen Preis von mindestens 10 Euro 32 pro Packung.

Kritiker fordern, Zigaretten müssten deutlich teurer werden. Tatsächlich dreht die Politik immer häufiger an der Stellschraube der Tabaksteuer, etwa zur Unterstützung der Gesundheitsreform. Ulla Schmidt rechnete fest mit einer Preis-Erhöhung um einen Euro pro Packung.

Doch soviel wird es nicht werden. Die SPD war noch für 90 Cent, die CDU setzte sich schließlich mit einer Steuer-Erhöhung von nur 72 Cent durch, dazu noch gestreckt auf anderthalb Jahre. Die Drogenbeauftragte ist dennoch zufrieden:

Ich bin froh, dass die Tabaksteuererhöhung kommt. Sie hätte nach dem Willen der Gesundheitspolitiker und auch nach dem Willen der Bundesregierung deutlicher ausfallen können. Aber immerhin, wir steigen ein in eine Verteuerung des Produkts, und wir wissen, dass jede Tabaksteuererhöhung auch dazu führt, dass ein Teil insbesondere jugendlicher Raucher eben nicht einsteigt oder aussteigt.

Dabei scheinen sich am Punkt der Tabaksteuer das Staatsinteresse und das Gesundheitsinteresse zu decken. Die einen wollen mehr Steuern, die anderen weniger Raucher. Ökonomen rechnen vor, dass bei einer Tabaksteuererhöhung von etwa 30 Prozent der Tabakkonsum um 12 Prozent zurückgehen wird. Würde das Rauchen teurer, dann könnten viele tausend Menschen länger leben.

Die Zigarettenindustrie hält das für eine Milchmädchenrechnung. Es werde nicht weniger geraucht, sondern nur mehr geschmuggelt, mutmaßt Dirk Pangritz von British American Tobacco:

Die Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt, wenn man Tabaksteuer-Erhöhungen überzieht, dass damit der Konsum im eigenen Lande nach unten geht. Und dass damit auch das nicht erreicht wird, was sich der Fiskus verspricht: nämlich Mehreinnahmen. Mittlerweile hat auch Dänemark die eigene Tabaksteuer gesenkt, um zu vermeiden, dass Transporte über die Grenzen in das eigene Land im Übermaß entstehen.

Für Mitte 2005 hat die Europäische Kommission für Europa ein absolutes Tabak-Werbeverbot beschlossen. In Frankreich und anderen Ländern ist dieser Schritt längst vollzogen. Norwegen, um ein anderes Beispiel zu nennen, will die Zahl seiner Raucher um 8o Prozent reduzieren.

Die Bundesregierung hält dagegen. Sie will sich - aus Gründen der Souveränität - ein solches Werbeverbot nicht vorschreiben lassen und klagt deshalb vor dem Europäischen Gerichtshof. Damit stehe die Bundesregierung, so die Kritiker, europaweit im Abseits und nehme die hohe Zahl der Tabak-Toten billigend in Kauf. Die Drogenbeauftragte Caspers-Merk sieht das differenzierter:

Wir haben in Deutschland grundsätzlich das Problem, dass in der Bundesregierung Probleme damit gesehen werden, dass man ein legales Produkt mit einem Totalwerbeverbot belegt. Die Argumentation zum Beispiel von Seiten des Wirtschaftsministeriums ist da immer: Wer zieht die Grenze? Und was bedeutet es für andere legale Produkte? Und es wird eben gesagt, dass unsere Verfassung jedem, der ein legales Produkt hat, auch ein Minimum Möglichkeit der Werbung einräumen muss. Ich würde mir hier eine härte Haltung wünschen. Aber ich bin schon sehr froh, dass es der Bundesregierung gelungen ist, Maßnahmen zum Eindämmen von Werbung gerade unter dem Aspekt des Jugendschutzes durchzusetzen. Hier meine ich, dass es weiter in die Richtung Beschränkungen im Interesse des Jugendschutzes gehen muss.

Die Tabakindustrie setzt auf das Engagement der Bundesregierung, der es 1988 schon einmal gelang, eine EU-Richtlinie zum Tabakverbot zu Fall zu bringen. Ein Werbeverbot, so Dirk Pangritz, würde im übrigen weniger bringen, als seine Befürworter erwarten:

Nehmen Sie Norwegen, Italien, Frankreich, wo schon seit vielen, vielen Jahren ein totales Werbeverbot gilt. Auch in diesen Ländern wird geraucht. Und die Anzahl der Menschen, die rauchen, ist nicht unterschiedlich von dem, wie es in der Bundesrepublik der Fall ist.

Auch andere Lebensmittelbranchen beobachten die Entwicklung um das Werbeverbot genau - sie könnten die nächsten sein. Ins Visier des EU-Kommissars könnten dann noch andere Genussmittel kommen, die ebenfalls im Verdacht stehen, Konsumenten durch Zusatzstoffe abhängig zu machen. Bestimmte Schokoladenprodukte etwa oder Coca Cola.

Auch in der Tabakindustrie selbst geht die Angst um. Bei einem Verbot, so fürchten die Beschäftigten, seien 50.000 Arbeitsplätze gefährdet. Gesamtwirtschaftlich gesehen müsse man allerdings keinen Abbau von Arbeitsplätzen in der Zigarettenindustrie fürchten. Der Wirtschaftswissenschaftler Michael Adams:

Die Frage, ob durch einen Rückgang des Zigarettenrauchens Arbeitsplätze in Gefahr kommen, ist weltweit vielfach untersucht worden. Alle seriöse Studien sind sich in einem einig: Es kommt nicht zu Arbeitsplatzverlusten im Saldo über die ganze Volkswirtschaft. Wenn die Raucher weniger rauchen, wird dieses Geld für andere Produkte ausgegeben werden, typischerweise für mehr Textilien, für Sport und Unterhaltung. Das sind alles Güter, die nicht so mechanisiert sind wie die Produktion von Zigaretten. Und das heißt sogar, dass wir in Deutschland bei einem Rückgang des Rauchens Arbeitsplätze gewinnen werden, weil wir nämlich die Kapitalintensität der Produktion vermindern.

Unter der Leitung ihres Verbraucherkommissars David Byrnes hat die EU nicht nur ein Webeverbot für Zigaretten beschlossen, sie will darüber hinaus Rauchverbote für Kneipen und Restaurants erlassen. Begründung: Kneipiers, Kellner, aber auch andere Gäste würden als Passivraucher in ihrer Gesundheit geschädigt:

Die Zigarettenindustrie hat große Anstrengungen gemacht, die Gefahren des Passivrauchens zu verniedlichen. Dabei ist Passivrauchen durchaus gefährlich. Es ist nach lange Kämpfen erst gelungen, dass Zigarettenrauch in die gefährlichste Kategorie der Luftschadstoffe am Arbeitsplatz eingeordnet worden ist. Das bedeutet, dass wir dringend in allen Stellen und allen Büros, wo die Leute das einatmen, dringend diesen Stoff herausziehen müssen. Es wird Konsequenzen haben für Kneipen, für Krankenhäuser und auch für Schulen.

Raucher und Industrie haben Angst, dass es in Deutschland werden könnte wie in Teilen der USA. Während in Kentucky etwa das Rauchen ungeniert ausgelebt werden kann, gilt in etlichen Staaten der USA das Qualmen in der Öffentlichkeit vielfach bereits als ein Verbrechen. In den No-Smoking-Areas in New York ist bereits der Besitz eines Aschenbechers strafbar. In Europa deutet sich - wenn auch nicht so radikal - eine ähnliche Entwicklung an. Doch noch kann sich die deutsche Zigarettenindustrie in ihrem Abwehrkampf auf die politische Führung verlassen. BAT-Sprecher Pangritz:

Die Bundesregierung hat seit vielen Jahren hinsichtlich der Tabakprodukte eine Politik mit Augenmaß betrieben. Und das war unabhängig davon, welche Regierung gerade am Ruder war. Leider haben wir in den letzten zwei, drei bis vier Jahren erlebt, dass der Druck, der aus Brüssel auf die Bundesregierung ausgeübt wurde, vielleicht doch nicht völlig die Wirkung verloren hat und dass sich hier eher die Ideologen durchgesetzt haben als der gesunde Menschenverstand.

In Deutschland hat das Rauchen eine mächtige Lobby: Die Zigarettenhersteller, die Automatenaufsteller, die Werbewirtschaft, die Medien und nicht zuletzt die Kinobetreiber. Vom Rauchen leben auch die europäischen Tabak-Pflanzer gut, die aus dem Agrarfond der EU hoch subventioniert werden.

Doch auch die Raucher selbst sind eine mächtige Gruppe. Im letzten Jahr haben sich 30 Millionen Deutsche Zigaretten angezündet. Vierzig Prozent von ihnen, so heißt es, würden lieber heute als morgen aufhören. Das aber ist nicht leicht, sagt der Stern-Journalist Jürgen Steinhoff, der seit drei Jahren nicht mehr raucht:

Es ist im Zuge meiner Aktion ein schöner Ausdruck geprägt worden, auch im deutschen Krebsforschungszentrum: Verlangensattacke. Solche Verlangensattacken dauern ein, zwei Minuten, wo man der Meinung ist, jetzt muss ich unbedingt eine rauchen. Und mein Erfolgsgeheimnis ist: Ich habe mir gesagt, Du musst die Verlangensattacken überstehen. Und die kommen am Anfang alle paar Minuten und irgendwann kommen sie nur noch stündlich und irgendwann kommen sie überhaupt nicht mehr. Außer ganz plötzlich aus dem Hinterhalt, wenn man mit nix Bösem rechnet. Und das sind genau die Punkte, wo man rückfällig wird.

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