Montag, 16. Mai 2022

Gescheiterte Gaza-Waffenruhe
UNO und USA machen Hamas verantwortlich

Nach der Entführung eines israelischen Soldaten machen die UNO und die USA die radikal-islamistische Hamas für das Scheitern der Waffenruhe im Gaza-Krieg verantwortlich. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich erschüttert über die erneute Eskalation der Auseinandersetzung im Nahen Osten.

01.08.2014

Panzer der israelischen Armee
Nach der gescheiterten Waffenruhe setzt Israel seine Bodenoffensive im Gaza-Krieg fort. (dpa / Atef Safadi)
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und die USA haben wegen der Entführung eines israelischen Soldaten im Gazastreifen die Hamas für das Ende der Waffenruhe verantwortlich gemacht. Ban ließ über einen Sprecher erklären, er sei schockiert über die Entwicklung und rufe die Hamas sowie Israel zur Zurückhaltung auf.
Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitagmorgen die Armeeeinheit des 23-jährigen Leutnants Hadar Goldin attackiert, zwei Soldaten in den Tod gerissen und die Verschleppung Goldins ermöglicht. Der UNO-Generalsekretär forderte die "sofortige und bedingungslose" Freilassung des Soldaten. Zudem verlangte er die sofortige Freilassung des Soldaten. Auch die US-Regierung machte die Hamas für das Scheitern der Waffenruhe im Gazastreifen verantwortlich. Regierungssprecher Josh Earnest bezeichnete die Entführung des Soldaten im Sender CNN als "barbarische Verletzung" der Waffenruhe.
Israel erklärt Waffenruhe für gescheitert
Israel hatte die dreitägige Waffenruhe mit den militanten Palästinensern im Gaza-Streifen für gescheitert erklärt. Ein israelischer Repräsentant habe den UNO-Gesandten Robert Serry darüber informiert, berichtete ein Reporter der Zeitung "Haaretz".
Bereits wenige Stunden nach Beginn einer 72-stündigen Feuerpause im Gaza-Krieg waren erste Verstöße gemeldet worden. Der israelische Rundfunk berichtete von heftigen Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern in Rafah im südlichen Gaza-Streifen: Artillerie feuere Granaten in das Gebiet. Auch die Luftwaffe sei im Einsatz.
Mindestens 40 Tote
Mindestens 40 Menschen seien durch israelischen Granatenbeschuss getötet worden, erklärte das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Innenministerium in Gaza.
Israel beschuldigte die Hamas und andere militante Palästinensergruppen, sie hätten die Feuerpause gebrochen. In Südisrael heulten am Vormittag die Sirenen auf, die vor Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen warnen.
UNO fordert Einhaltung der Vereinbarungen
Serry rief die Konfliktparteien auf, sich an die Vereinbarungen zu halten und sich umgehend zu der aus humanitären Gründen ausgerufenen Feuerpause zu bekennen.
Am Freitag hatte um 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) die dreitägige humanitäre Waffenruhe begonnen. Unter UNO-Vermittlung hatten Israel und die militanten Palästinenser darüber hinaus auch sofortigen Verhandlungen in Ägypten für eine dauerhafte Waffenruhe zugestimmt. Ägypten hatte daraufhin beide Seiten offiziell zu Verhandlungen nach Kairo eingeladen. Diese Verhandlungen wurden nach dem Bruch der Waffenruhe abgesagt.
Gazas Straßen füllten sich wieder mit Menschen
Mit Beginn der Waffenruhe hatten sich die Straßen in Gaza wieder mit Menschen gefüllt. Beladen mit einigen Habseligkeiten machten sich palästinensische Familien auf den Weg zurück in ihre Wohnungen, aus denen sie vor den Kämpfen zwischen der israelischen Armee und der Hamas geflohen waren.
(tzi/nin/tön)