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Geschichtspolitik und Erinnerungskultur Das umkämpfte Gedenken an die Schoah

Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee die Gefangenen des NS-Vernichtungslagers Auschwitz. Weltweit wird dieses Ereignisses gedacht. Doch rund um die Feierlichkeiten gibt es Misstöne. Polens Präsident Duda wird der zentralen Gedenkveranstaltung in Israel fernbleiben - aus Protest, weil ihm eine offizielle Ansprache verwehrt wurde.

Diskussionsleitung: Michael Köhler, Deutschlandfunk | 22.01.2020

Sonnenaufgang im Morgennebel vor den halb offenen Drahttoren des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau in Oswiecim, Polen.
Das KZ Auschwitz wurde zum Inbegriff der nationalsozialistischen Todesfabriken (Getty Images / Staff / Christopher Furlong)
Der russische Präsident Putin hingegen darf sprechen, hat aber im Vorfeld das polnisch-russische Verhältnis schwer belastet. Polen, so behauptet Putin, trage eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. So wird das Gedenken von geschichtspolitischem Streit überlagert, eine transnationale Erinnerungskultur scheint in weiter Ferne.
Es diskutieren:
  • Micha Brumlik, Publizist
  • Stephan Lehnstaedt, Touro College Berlin
  • Abraham Lehrer, Zentralrat der Juden in Deutschland
  • Andrea Löw, Institut für Zeitgeschichte, München