Gesundheit
GKV-Chef: "Mehr gegen steigende Arzneimittelpreise tun"

Aufgrund der steigenden Arzneimittelpreise haben die Gesetzlichen Krankenkassen Maßnahmen der Politik gefordert. Der Chef des Spitzenverbands GKV, Blatt, betonte, die Preise für Medikamente in Deutschland seien die höchsten hinter jenen in den USA. Die Politik sei bislang zu zaghaft in dem Versuch, diese Entwicklung zu bremsen, sagte Blatt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Der Arm eines Apothekers holt ein Arzneimittel aus einem Regal voller Medikamente.
    Die Preise für Medikamente in Deutschland sind im internationalen Vergleich hoch. (picture alliance / empics / Julien Behal)
    Er wies unter anderem das Argument zurück, dass ein Drücken der Preise Hersteller ins Ausland vertreibe. Schon heute ließen deutsche Konzerne in China oder Indien produzieren.

    Arzneimittel nach Kliniken zweithöchster Kostenblock

    Für Arzneimittel hätten die Kassen im vergangenen Jahr 58,5 Milliarden Euro ausgegeben - mehr als für die ambulante ärztliche Versorgung, betonte Blatt. "Das ist inzwischen nach den Krankenhäusern der zweitgrößte Kostenblock." Vor allem die Ausgaben für neue Arzneimittel hätten sich innerhalb von zwölf Jahren verdoppelt, so Blatt.
    Experten führen den starken Anstieg der Preise unter anderem auf eine zunehmende Nachfrage aufgrund der alternden Bevölkerung zurück. Außerdem würden von Ärzten innerhalb der Wirkstoffgruppen zunehmend die höherpreisigen Präparate verordnet.
    Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) hat eine Expertenkommission eingesetzt, die bis Ende März Vorschläge zu Einsparungen bei der Gesundheitsversorgung vorlegen soll.
    Diese Nachricht wurde am 15.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.