
Den "Herbst der Reformen", den die Bundesregierung ausgerufen hatte, nannten sie einen "Herbst der Grausamkeiten". Die Vorsitzenden der beiden größten deutschen Gewerkschaften, Benner und Werneke, sagten der "Süddeutschen Zeitung", die Kundgebungen sollten sich gegen Kürzungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rente sowie gegen die Aufweichung der Arbeitszeitregelung richten. Die Mehrheit der Menschen lehne Einschnitte in den Sozialstaat ab, betonte Werneke. Benner meinte, Reform dürfe nicht heißen, dass man den Ärmsten das Dach über dem Kopf wegstreiche.
Die Aussage von Bundeskanzler Merz, Deutschland könne sich das Sozialsystem nicht mehr leisten, wiesen sie zurück. Die Ausgaben für Arbeitslose und Bürgergeldempfänger seien im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung nicht höher als vor 20 Jahren, die Rentenausgaben sogar gesunken, argumentierten die Gewerkschaftschefs. IG Metall und Verdi vertreten zusammen etwa vier Millionen Arbeitnehmer.
Diese Nachricht wurde am 24.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
