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StartseiteCorso"Ich wollte raus aus meiner Komfortzone"02.05.2020

Ghostpoet im Corsogespräch"Ich wollte raus aus meiner Komfortzone"

"I Grow Tired But Dare Not Fall Asleep" ist Ghostpoets bislang dramatischstes und cineastischstes Album. Der Brite beschäftigt sich darauf unter anderem mit den Schattenseiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. "Ich schaue einfach zu viele dystopische Filme", so der Brite im Corsogespräch.

Ghostpoet im Corsogespräch mit Anja Buchmann

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Der Musiker Ghostpoet sitzt in einem dunklen Raum, sein Gesicht verdeckt von einem Blumenstrauß (Emma Dudlyke)
Ghostpoet hat mit seinem neuen Album seine Grenzen ausgetestet (Emma Dudlyke)
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Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet hat mit "I Grow Tired But I Dare Not Fall Asleep" ein düster-melancholisches und gleichzeitig verführerisches Album veröffentlicht, auf dem er sich in mancherlei Hinsicht selbst herausgefordert hat: "Ich habe das Album selbst produziert und wollte auch im Video mitspielen", erzählte der Londoner Musiker. 

Die Schattenseiten von Social Media

So ließ er sich etwa im Video zum Song "Concrete Pony", in dem er die Abhängigkeit und Gefahren von Social Media thematisiert, mit einer schwarzen, schmierigen Masse übergießen. "Wenn ich im Video mit dieser schwarzen Substanz bedeckt bin, dann ist das fast ein bisschen so, als würde ich von dieser Sinnlosigkeit verschlungen und Teil des Problems werden", meinte Ghostpoet.

Seine Songs entstünden oft "anhand von kleinen Sprachnotizen" in einem kleinteiligen Prozess. Die Musik komponiere er meistens am Klavier, außerdem habe er viele Streicher, wie Cello und Violine verwendet, denn: "Ich wollte, dass sich das Ganze cineastischer anfühlt, dass die Platte eine dramatischere und theatralischere Anmutung bekommt", erzählte der Musiker. "Und die Streicher haben meine Idee für diese Platte sehr gut zum Ausdruck gebracht."

Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz

Inhaltlich beschäftigt sich Ghostpoet existenziellen Themen, mit Beziehungen, mit Gedanken zur Gegenwart - sei es die Social Media-Problematik oder ein Song über Künstliche Intelligenz "und die Frage, ob diese Maschine mit uns als Menschen im Allgemeinen kommuniziert oder mit einem individuellen Menschen, zu dem sie so etwas wie eine Beziehung hat". Seine Sprache sei oft assoziativ und so würden durchaus auch politische und gesellschaftliche Kommentare in seine Stücke mit einfließen. Aber er sei an sich kein politischer Künstler: "Ich bin einfach ein aufmerksamer Beobachter der Welt um mich herum", so Ghostpoet im Deutschlandfunk.

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