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Giacomo MeyerbeerBewundert und verachtet

Er war eng befreundet mit Carl Maria von Weber, lernte an den Werken Rossinis und beeinflusste seinerseits Richard Wagner und Giuseppe Verdi: Giacomo Meyerbeer gehört zu den bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Und die Premieren seiner großen historischen Opern wurden als gesellschaftliche Ereignisse ersten Ranges gefeiert.

Von Martin Wenske | 01.05.2014

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Komponisten waren vor allem „L'Africaine", „Le Prophète" und „Les Huguenots" von den Bühnen in aller Welt nicht mehr fortzudenken. Und es gab kaum einen Gesangskünstler von Rang, welcher nicht gleich mehrere Partien aus der Feder von Giacomo Meyerbeer zu seinem Repertoire zählte, von den Frauenpartien Selica und Marguerite über die großen dramatischen Tenorrollen des Jean de Leyde oder Raoul bis hin zu den Bariton- und Basspartien Nelusco und Marcel. Die Sendung zeichnet anhand auch wenig bekannter Tondokumente ein Stück der Erfolgsgeschichte dieses Werkes nach, dem Richard Wagners bissige Polemik einst „Wirkung ohne Ursache" bescheinigte und dessen Stern, vor allem im deutschsprachigen Raum, schon deutlich verblasst war, bevor die Nationalsozialisten es schließlich von der Bühne verbannten. Einige Einspielungen beleuchten zudem die Auseinandersetzung mit Meyerbeer in der Nachkriegszeit.