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StartseiteRock et ceteraWeltklasse mit Links18.11.2018

Gitarrist Doyle Bramhall IIWeltklasse mit Links

Auf seinem aktuellen Soloalbum "Shades" überzeugt Doyle Bramhall II mit herzerwärmenden Songs zwischen Blues, Americana und Jam sowie eloquenten Gitarrenlinien. Seit über 20 Jahren spielt der 1968 geborene Linkshänder in der Band von Eric Clapton - und das mit Gitarren, auf denen die Saiten verkehrt herum aufgezogen sind.

Von Andreas Dewald

Ein Mann sitz auf einer Holzbank mit einer Gitarre.  (imago stock&poeple)
Doyle Bramhall II zur Präsentation seines Albums Rich Man im Hard Rock Cafe. (imago stock&poeple)
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"Mein gesamter Ansatz, Musik zu machen, ist anders als bei anderen."

Wilder Wuschelkopf, dunkle Sonnenbrille und stets leicht hippie-mäßiges Outfit.

"Wenn ich das zum Ausdruck gebracht habe, was ich mit der Gitarre erzählen will, warum soll ich dann noch mehr Töne spielen?"

Seit 20 Jahren spielt er in der Band von Eric Clapton.

"Ich denke nicht: Oh Gott, das ist Eric Clapton! Der Superstar! Denn er gibt einem das Gefühl, ein Freund zu sein."

Soul in der Stimme - als Songwriter mit gutem Gespür für tiefgründige, persönliche Texte.

"Wenn du vollkommen überwältigt bist von der Musik, die du machst oder hörst, kann dich das mit dem Universum in Einklang bringen."

"Wenn Leute sagen, ich solle doch mehr Gitarre spielen, sage ich, ich spiele doch die ganze Zeit! Die Leute denken, Gitarre spielen heißt, Solo-Gitarre, Lead-Gitarre zu spielen. Wenn du etwas zu sagen hast, eine Geschichte zu erzählen hast, ein Gefühl vermitteln willst, kannst du das genauso gut mit der Gitarre machen wie mit den Songtexten. Wenn ich das zum Ausdruck gebracht habe, was ich mit der Gitarre erzählen will, warum soll ich dann noch mehr Töne spielen?"

Tiefes Gefühl für den Blues

Ganz klar: Den Mythos vom omnipotenten Sologitarristen will Doyle Bramhall II nicht nähren. Obwohl er es könnte. Das Gitarrenspiel des Linkshänders hat eine ganz eigene Magie und beruht auf einem tiefem Gefühl für den Blues, einem Gespür für das Wesentliche, und auf einer ungewöhnlichen Neugier und Klangfantasie.

Doyle Bramhall Junior oder Doyle Bramhall II, am Heiligabend 1968 in Dallas, Texas geboren: Wilder Wuschelkopf und stets im leicht hippie-mäßigen Outfit, er ist keiner, der als Gitarren-Gott verehrt werden will. Er spielt seit zwei Jahrzehnten in der Band von Eric Clapton und stand auch an der Seite von Pink Floyds Roger Waters. Außerdem arbeitete er mit Sheryl Crow, Norah Jones, Elton John, Gregg Allman, T-Bone Burnett und anderen prominenten Musikern - als Gitarrist, Songwriter und Produzent.

Inzwischen hat sich Doyle Bramhall II von der Rolle des Begleitmusikers emanzipiert. Nach drei recht erfolgreichen Veröffentlichungen unter eigenem Namen 1996, 99 und 2001 hat seine Solokarriere mit den Alben "Rich Man" und "Shades" jetzt richtig Fahrt aufgenommen.

Ein Mann steht auf einer Bühne und spielt die Gitarre linkshändig. (imago stock&poeple)Als Linkshänder spielt er die Rechtshänder-Modeel mit verkehrt herum aufgezogenen Saiten: die Bassaiten unten! (imago stock&poeple)

"Für mich sind die Songs, die ich schreibe, immer Momentaufnahmen, in denen zum Ausdruck kommt, was ich fühle. Sie können sich ums Wetter drehen, um meinen Zustand, um meine Erfahrungen, um das, was ich lese, oder um das, was in der Gesellschaft passiert. Je nachdem, wozu mich die Musik, die ich mache, inspiriert. Ich will Platten machen, die ehrlich zum Ausdruck bringen, was ich alltäglich erlebe. Und ich will all die Klänge einfangen, die die ganze Zeit durch mich hindurchströmen."

Texas hat eine lange Blues-Tradition. Musiker wie Blind Lemon Jefferson, Leadbelly, oder Lightnin‘ Hopkins gehören zu den Gründungsvätern, auch Johnny Winter, ZZ Top, oder Stevie Ray Vaughan sind Legenden amerikanischer Musik.

"Ich bin in Dallas, Texas geboren und als ich ein oder zwei Jahre alt war, sind wir nach Austin gezogen. Um 1970 herum gab es dort eine große Musikszene, es gab Folk- und Country-Music, Musiker wie Townes van Zandt und Willie Nelson spielten dort, auch viele Blues-Künstler, Leon Russell. Meine Familie und die von Jimmie und Stevie Ray Vaughan siedelten damals zusammen nach Austin über und bauten in vier oder fünf Jahren dort die Blues-Szene auf. Das waren die Jahre, die mich nachhaltig geprägt haben, bevor wir dann nach Nord-Kalifornien, nach San Francisco zogen."

In einer Musikerfamilie aufgewachsen

Doyle ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Sein Vater, Doyle Bramhall der Ältere, war Gitarrist, Sänger und Schlagzeuger, spielte und schrieb Songs in den Bands der Vaughan-Brüder und arbeitete mit Künstlern wie Jennifer Warnes und Mason Ruffner. Auch die Onkel und Tanten in der Familie Bramhall waren Musiker. Doch: Niemand zuhause habe versucht, ihn zum Musikmachen zu bewegen, erinnert sich der Sohn Doyle Aber wenn er ein Instrument in die Hand nahm, habe sein Vater das das Talent seines Sohnes erkannt und ihn ermuntert.

"Wenn du in eine Musikerfamilie hineingeboren wirst und in ihr aufwächst, ist das in deinem Blut. Du weißt, wie du Musik machen kannst, weil du ständig davon umgeben bist. Es ist, als ob du in ein fremdes Land kommst und dort die Sprache sprechen lernst, anstatt sie weit davon entfernt in einer Schule beigebracht zu bekommen. Es war eine natürliche Entwicklung für mich, Musik zu spielen."

Musik: "Love And Pain"

"Ich muss sagen, dass ich in erster Linie Blues gehört habe. Blues-Sänger und Blues-Gitarristen wie Jimmy Reed und Bobby Bland. Ich hörte auch viel Soul, als ich jung war: Al Green und Otis Redding, Sly Stone und Stevie Wonder. Zwischen Jimmy Reed, Bobby Bland, B.B. King einerseits, und den Beatles, Jimi Hendrix, Cream, Eric Clapton andererseits hat sich mein musikalischer Geschmack geformt."

Jammen mit Jimmie und Stevie Ray Vaughan

Im Alter von etwa zehn Jahren begann der junge Texaner, Gitarre zu spielen und jammte bald mit seinem Vater. Als er 15 war, spielte mit den berühmten Brüdern Stevie Ray und Jimmie Vaughan und in anderen Bands - und verdiente mit den Konzerten am Wochenende schon gutes Geld. Als er gerade 18 war schloss sich Doyle Bramhall II den Fabulous Thunderbirds an, einer Band, die mit solidem, traditionell gespieltem Rock’n’Roll, Country-Rock und Rhythm’n’Blues sehr erfolgreich war. Und eine gute Schule für den jungen Linkshänder.

"Als ich anfing mit dem Gitarre spielen, wollte ich so sein wie Stevie Ray Vaughan. Er war wie ein älterer Bruder. Ich sah zu ihm auf und hielt ihn für den tollsten Gitarristen überhaupt. Mit 14, 15, bis ich 17 war, wollte ich sein wie er und eiferte ihm nach. Dann bekam ich den Job bei den Fabulous Thunderbirds und hörte Jimmie Vaughan spielen. Was für andere schwierig zu spielen war, klang bei ihm ganz einfach. Sein Spiel war voller Soul und Schönheit. Das hat mir sehr gefallen und meine Sicht auf Musik verändert. Das Zusammenspiel in einer Gruppe ist das Wichtigste."

Mit den Blues-Legenden auf der Bühne

In Austin konnte er die schwarzen Blues-Legenden Freddie King oder Muddy Waters noch live erleben und mit ihnen spielen.

"Ich war in Austin mit Clifton Antone befreundet, dem Betreiber von Antone’s Blues Club. Er brachte mich mit vielen Blues-Musikern in Kontakt. Ich freundete mich auch mit Albert Collins an und mit Buddy Guy und Junior Wells. Immer, wenn Blues-Musiker in die Stadt kamen, verschaffte mir Clifton Antone die Möglichkeit, mit ihnen auf der Bühne zu spielen oder mit ihnen Zeit zu verbringen."

Musik: "Searching For Love"

Bramhalls Ton auf der E-Gitarre ist wiedererkennbar und warm, er spielt mit viel Gefühl. Die Art, wie er phrasiert, verleiht seinem Spiel eine besondere Magie. Auch sehr besonders: Bramhall ist Linkshänder - doch er spielt oft Rechtshändermodelle - dann mit verkehrt herum gespannten Saiten, "upsidedown": Die tiefen Basssaiten unten, das erfordert eine ganz eigene Spieltechnik. Denn die herkömmlichen Griffbilder funktionieren dann nicht, und...

"Wenn man so wie ich Gitarre spielt, zieht man die Saiten auf dem Griffbrett eher nach unten als nach oben, um einen höheren Ton zu erreichen. So fällt es mir leicht, einen Ton für eine lange Zeit zu dehnen. Die Gitarristen, die linkshändig mit umgekehrten Saiten spielen, klingen alle anders als Rechtshänder: Dick Dale, Albert King, Otis Rush, und auch Eric Gales. Die Art, wie ich die Gitarrensaiten anschlage, die Finger auf dem Griffbrett platziere, Druck auf die Saiten ausübe, Dynamik entwickele und Akzente setze, mein gesamter Ansatz, Musik zu machen, ist anders als bei anderen."

Doyle Bramhall der Zweite benutzt als Gitarre meistens eine Stratocaster: alt, die Farbe an vielen Stellen abgeblättert. Kampfspuren. Was ist das Besondere an dieser Gitarre?

"Das ist eine Fender Stratocaster von 1964. Sie gefällt mit besonders, weil es eine sehr leichte Gitarre ist, die leichteste Fender Stratocaster, die ich je in der Hand hatte. Das Holz muss sehr trocken gewesen sein, als sie sie lackiert haben. Sie hat Resonanzen wie keine andere Gitarre ihrer Art. Neuere Gitarren sind aus schwererem Holz gefertigt, während diese Fender Stratocaster aus leichtem, porösen Holz hergestellt wurde. Das und die Tonabnehmer aus den frühen 1960er Jahren und das Griffbrett aus Rio-Palisander machen sie zu einer Gitarre, die wirklich ‘sweet’ klingt."

Suche nach neuen Sounds

Wie alle Gitarristen nutzt auch Doyle Effektgeräte vor seinen Röhrenverstärkern. Wesentlich für seinen Sound aber seien sie nur in Verbindung mit dem, was er auf dem Instrument spiele.

"Ich spiele gerne verschiedene Gitarrenmodelle, besonders im Studio. Gitarren von Gretsch, Gibson, Epiphone. Ich mag die Guild Aristocrat. Eine tolle Studio-Gitarre. Auch Casino-Gitarren von Epiphone, die die Beatles bekannt gemacht haben. Ich mag Gitarren, die unterschiedlich klingen. Ich suche gerne nach neuen Sounds."

Musik: "Everything You Need"

"Eric Clapton rief mich an, weil ihm mein zweites Soloalbum "Jellycream" gefallen hatte. Er wollte zwei Songs davon für ein Album mit B.B. King aufnehmen. Natürlich sagte ich ja und fühlte mich geehrt. Er wollte aber auch, dass ich im Studio vorbei komme und selbst auf den zwei Stücken mitspiele. Er mochte, was ich spielte, und es endete damit, dass ich auf dem ganzen Album dabei war und er mich bat, in seiner Band mitzuspielen."

Seit 20 Jahren in der Band von Eric Clapton

"Riding With The King" von 2000 war das erste Album von Eric Clapton, auf dem Doyle Bramhall II mitspielte: Nach den Auftritten mit Roger Waters vor großem Publikum war die Zusammenarbeit mit Gitarrengott Clapton der Ritterschlag den Texaner. Auch später arbeitete er mit dem weltberühmten Briten: als Musiker, Songwriter und Produzent Eric Clapton wiederum ist auf Bramhalls aktuellem Album "Shades" zu hören.

"Ich kenne Eric Clapton als jemanden, der mich als Künstler unterstützt. Er ist ein Freund. Er behandelt mich mit Respekt und sieht mich als ebenbürtig. Ich fühle mich immer sehr entspannt in seiner Gegenwart. Ich sehe nie den Star in ihm. Obwohl ich mit seiner Musik aufgewachsen bin. Er ist ein ‘down-to-earth’-Typ. Ich denke nicht: O Gott, das ist Eric Clapton! Der Superstar! Denn er gibt einem das Gefühl, ein Freund zu sein. Mit ihm zusammen zu sein und zu sehen, wie er arbeitet, hat mich als Künstler und Performer wachsen lassen. Dadurch habe ich erheblich an Selbstbewusstsein und an Selbstachtung gewonnen."

Auch auf den anderen großen Gitarristen nimmt Doyle Bramhall II in seinem Spiel oft Bezug: Jimi Hendrix. Besonders live lässt der Texaner rhythmische und melodische Motive aus Hendrix' Stücken erstaunlich stimmig in sein Spiel einfließen. Er umspielt und modifiziert sie, und entwickelt sie im Dialog mit seinen Musikern weiter.

"Jimi Hendrix war der großartigste Gitarrist im Rock’n’Roll, der je gelebt hat. Er war ein aufregender Songwriter, der wusste, wie man eine Geschichte erzählt. Jimi Hendrix war ein Innovator, was Ton, Klang und Songstruktur angeht. Er erweiterte die Grenzen des Songwriting, war der beste Rhythmusgitarrist, und ein brillanter Storyteller."

Musik: "Hear My Train a Comin"

Tiefgründige Texte und Soul in der Stimme

"Hear My Train A Comin’", eine Coverversion des Hendrix-Klassikers, zu finden auf dem Album "Rich Man". Das Album besitzt eine große emotionale Tiefe und Intensität. Bramhall II glänzt als Gitarrist, als Sänger mit jeder Menge Soul in der Stimme, und als Songwriter mit einem Gespür für tiefgründige, persönliche Texte.

Eine Band steht auf einer bunt beleuchteten Bühne und spielt, am vorderen Bühnenrand schwarze Monitorboxen (Matthias Höing/flashed photo)Das letzte und wohl auch lauteste Konzert beim Bluesfestival Schöppingen 2017: Doyle Bramhall II & Band (Matthias Höing/flashed photo)

"Der Titel ‘Rich Man’ fasst die Reise gut zusammen, die ich unternommen habe. Es war eine existenzielle Reise, eine spirituelle Reise. Ich habe versucht, ein besserer Mensch zu werden. Ich wollte soviel über mich herausfinden, wie ich konnte. Ich wollte eins werden mit anderen, nicht getrennt von ihnen existieren. Auf dieser Suche gab es viele Schwierigkeiten und Herausforderungen. Aber am Ende habe ich herausgefunden, dass ich alles, was ich brauche, in mir habe. Dass ich keine äußerlichen Reichtümer brauche. Höchstens Geld für die notwendigen Dinge. Aber sonst brauche ich nichts Materielles, um mich als reicher Mann zu fühlen. Ich bin reich, wenn ich mit mir im Einklang stehe und spirituell aktiv bin. Wenn ich für andere da sein und ihnen helfen kann."

"Rich Man" wechselt zwischem glühendem Blues-Rock, groovigem Soul der Südstaaten und ambitionierten Experimenten mit Psychedelia und Weltmusik. Im Titel "The Samanas" hat er scheinbar die zweite Seite der "Abbey Road" von den Beatles im Hinterkopf: aus drei verschiedenen Teilen baut DB II eine verblüffend stimmige Komposition, die sogar Progressive-Rock-Ansprüchen gerecht würde. Ebenso faszinieren auf "Rich Man" die Ausflüge in die afrikanische und die indische Musik, mit denen der 1968 geboren Musiker sein Ausdrucksspektrum erheblich erweitert.

Experimente mit Psychedelia und Weltmusik

"Ich beschäftige mich schon lange mit indischen Philosophien, mit indischen Sagen und mit Yoga. Und ich höre gerne klassische indische Musik. Indische Kultur hat mich seit meiner Jugend interessiert, und ich bin oft in Indien gewesen. Eines meiner Lieblingsinstrumente ist das indische Sarangi, es klingt wunderschön, wie die menschliche Stimme. Ich schrieb den Song "My People" unmittelbar nachdem ich von meinen Reisen nach Afrika und Indien zurückgekehrt war. Er hörte sich erst wie ein Bluessong an, wie ein ‘work song’, ein Spiritual. Aber als ich den Text schrieb, der von der Einheit aller Menschen in der Welt handelt, wollte ich etwas von der Essenz von Indien, das ich auf meinen Reisen kennengelernt hatte, in dem Stück unterbringen. "

Musik: "My People"

Der World-Music-Einschlag ist "Shades" nicht mehr so stark zu spüren. Nur im Stück "Parvanah" entdeckt man Einflüsse aus dem persischen Raum. Dafür überzeugt "Shades" mit facettenreichem Songwriting und natürlich mit den eloquenten Gitarrenlinien. In seinen Texten beschäftigt sich der Texaner inzwischen auch mit den brennenden Problemen der Zeit. "Love And Pain" handelt vom Terrorismus, vom Massenmord in Las Vegas, ""Parvanah" vom Schicksal eines kleinen Mädchens, das vor dem Krieg flüchtete. Unterstützt haben Bramhall II neben Clapton illustre Gäste wie Norah Jones und die Tedeschi Trucks Band, mit der er schon häufig zusammengearbeitet hat. Die Band um Susan Tedeschi und Derek Trucks, die da weitermacht, wo die Allman Brothers aufgehört haben, ist für Bramhall II zu einer Art Familie geworden.

"Ich schätze ihre Freundschaft. Es ist für mich immer eine sehr bereichernde musikalische Erfahrung, mit ihnen zu arbeiten. Denn sie machen Musik, die aus reinstem Herzen kommt. Es hat immer etwas Spirituelles, wenn sie Musik machen, wenn sie über Musik reden. Man hat immer das Gefühl, mit ihnen ist man Teil von etwas Schönem, Großartigem."

Positives Lebensgefühl

Mit seinem neuen Album möchte er ein positives Lebensgefühl vermitteln, sagt Doyle Bramhall II. Dazu habe ihm nicht nur sein künstlerischer Erfolg verholfen, sondern auch die Meditation, die er jeden Tag ausübt, seine Rolle als Vater einer Tochter und seine glückliche Beziehung zu der Schauspielerin Renée Zellweger. Als Solokünstler sei er mit "Shades" an einem Punkt von Zufriedenheit angekommen, den er immer erreichen wollte.

"Das Musikmachen kann für mich eine Form von Therapie sein. Es kann aber auch ein Schritt in die mystischen Bereiche des Lebens sein. Wenn du vollkommen überwältigt bist von der Musik, die du machst oder hörst, kann dich das mit dem Universum in Einklang bringen. Wenn du Musik machst kannst Du dadurch weinen, lachen, wütend und zornig werden. Du kannst jede Gefühlsfacette durch Musik zum Ausdruck bringen."

Musik: "Keep you dreaming" 

Man wird Doyle Bramhall II weiterhin gespannt zuhören. Sein Gitarrenspiel ist eigenständig, wiedererkennbar, anspruchsvoll. Und ebenso fasziniert er als feinsinniger Songwriter mit Tiefgang.

Musik: "Going Going Gone"

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