Anden
Gletscher so stark geschrumpft wie seit 12.000 Jahren nicht

Etliche Gletscher der südamerikanischen Anden sind in beispiellosem Ausmaß geschrumpft. Wie eine internationale Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift "Science" berichtet, sind diese kleiner als je zuvor in den vergangenen 11.700 Jahren.

    Ein Tal mit einem kleinen Flugzeuglandeplatz im Hochland der peruanischen Anden im Norden des Landes. (Undatierte Aufnahme).
    Hochland der peruanischen Anden im Norden des Landes (picture alliance / dpa / Pendl)
    Dies mache die Anden zur ersten großen Region, in der dieser Meilenstein dokumentiert wurde. Vor fast 12.000 Jahren endete die Eiszeit und die Gletscher schmolzen. Später wuchsen sie aber wieder an. In den letzten Jahrzehnten schrumpften die verbliebenen Eismassen besonders schnell. In den Anden hat das Team im Gestein Belege gefunden dafür, dass das Eis sich besonders stark zurückgezogen hat. Dies schließen sie aus der Menge an bestimmten radioaktiven Isotopen. Die entstehen durch kosmische Strahlung, wenn das Gestein nicht mehr von Eis bedeckt ist. Das Team sieht die Entwicklung in den Anden als Warnung, was in Europa durch die Erderwärmung noch bevorstehen könnte. Aktuell gehen sie davon aus, dass an den meisten Orten der Nordhalbkugel die Gletscher aktuell noch größer sind als ihr Minimum vor tausenden Jahren.
    Diese Nachricht wurde am 02.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.