
Neumann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Bis echte Gleichberechtigung erreicht ist, wird es noch Jahre dauern. Aber man muss erstmal die Schneisen schlagen und daher finde ich es grandios, dass Marie-Louise Eta diesen Schritt geht."
Neumann selbst Opfer von Sexismus
Neumann selbst schrieb 2016 Fernsehgeschichte als erste Frau, die bei einem EM-Spiel der Männer am Mikrofon saß. Seitdem gibt es immer wieder Hass- und sexistische Kommentare in den sozialen Medien. "Wir reden hier über gesellschaftliche Probleme: Hass im Netz, Frauenfeindlichkeit, der aggressive Umgang miteinander, an den wir uns fast schon gewöhnt haben", sagte die 62-Jährige, die laut eigener Aussage keine sozialen Medien nutzt.
Union Berlin geht gegen sexistische Kommentare vor
Auch gegen Marie-Louise Eta hat es in den vergangenen Tagen sexistische Äußerungen gegeben. Allerdings setzte sich ihr Verein Union Berlin offensiv dagegen zur Wehr. Die Union-Familie stehe hinter ihr, verteidigten die Köpenicker ihre Trainerin gegen Hasskommentare und bezeichneten sie als "Fußballgöttin". Von vielen Nutzern gab es dafür Lob.
Wück: positives Signal
Frauen-Bundestrainer Wück betonte vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich mit Blick auf die Personalie: "Es ist auf jeden Fall ein positives Signal, was da gesendet wird". Er hoffe, dass Eta die restlichen Spiele mit Union erfolgreich gestalten werde. "Das Zeichen, das jetzt durch Deutschland geht, ist durchweg positiv."
Bei Union heuerte Eta im Sommer 2023 zunächst als Co-Trainerin der männlichen U19 an. Zuvor hatte sie unter anderem als Co-Trainerin Juniorinnen-Teams des DFB betreut. Die 34-Jährige wurde als Nachfolgerin von Steffen Baumgart zur Cheftrainerin befördert. Eta ist die erste Frau in diesem Amt bei einem Männer-Fußballbundesligisten. Das Engagement ist vorerst auf die restlichen fünf Partien im Saisonschlussspurt befristet.
Diese Nachricht wurde am 14.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
